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Wenn niemand mehr kommt – Wie eine Agentur aus Helmstedt Unternehmen bei der Mitarbeitendensuche unterstützt

Drei Jahre lang suchte eine Metzgerei in Bayern nach neuen Mitarbeitenden – vergeblich. Stellenanzeigen wurden geschaltet, Gespräche geführt, Geld investiert. Doch niemand ließ sich langfristig binden. Die Inhaberin wusste irgendwann nicht mehr weiter. Öffnungszeiten mussten reduziert werden, die Belastung im Team wuchs. Erst als die Metzgerei neue Wege ging, änderte sich die Situation spürbar. Begleitet wurde sie dabei von der a one media GmbH – einer Agentur aus Helmstedt, die sich auf die Mitarbeitendensuche im Lebensmittelhandel spezialisiert hat.
Hinter dem Unternehmen steht Alexander Zaiser, der die Branche nicht aus der Distanz betrachtet, sondern selbst jahrelang in ihr gearbeitet hat. „Das Team lief auf dem Zahnfleisch“, erinnert sich ­Zaiser. „Wenn der Stress steigt und gleichzeitig die Einnahmen sinken, wird es für viele Betriebe kritisch.“ Innerhalb kurzer Zeit konnten mehrere Stellen neu besetzt werden. Die Erleichterung war groß.
„Ich war zunächst skeptisch, ob das klappt“, berichtet die Metzgerei-Inhaberin rückblickend. „Und jetzt bin ich einfach nur dankbar. Endlich entspannt sich die Situation – und ich kann wieder in den Urlaub fahren.“
Für Zaiser sind solche Momente mehr als nur ein Erfolg im Tagesgeschäft. „Da bekomme ich schon eine Gänsehaut. Das ist der Grund, warum ich jeden Morgen aufstehe und loslege“, sagt er und lächelt.

Ein Unternehmer, der die Branche von innen kennt

Zaiser kennt den Arbeitsalltag im Lebensmittelhandel aus eigener Erfahrung. Seine Laufbahn begann mit einem dualen BWL-Studium bei einem der größten Lebensmittelhändler Deutschlands. Schon während dieser Zeit stand er an der Kasse und im Verkauf, erlebte den Alltag in den Märkten hautnah. „Ich habe mit den Leuten an der Rampe gestanden, Überstunden gemacht und über Feiertage durchgearbeitet“, erzählt der 30-Jährige. „Ich kenne die Branche wirklich von Grund auf.“
Die Babyboomer gehen in Rente, und es kommen viel zu wenige junge Leute nach.
Nach dem Studium übernahm er Verantwortung für mehrere Märkte – und erkannte früh die wachsenden Probleme bei der Personalgewinnung. „Ich habe ständig gehört: Wir finden keine Mitarbeitenden“, erinnert er sich. „Die großen Konzerne haben dafür Strukturen und Ressourcen. Aber der kleine Familienbetrieb steht oft alleine da.“ Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Idee, sich selbstständig zu machen. Ohne zu wissen, ob es funktionieren würde, begann er, erste Betriebe bei der Suche zu unterstützen. „Ich habe mir gesagt: Ich kenne die Branche und die Menschen. Ich probiere das jetzt einfach.“
2023 gründete er schließlich die a one media GmbH. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Ansatz funktioniert. Heute arbeitet das siebenköpfige Unternehmen deutschlandweit für Kunden, vor allem im Lebensmittelhandel.

Fachkräftemangel: Ein Problem, das sich verschärft

Die Herausforderungen, die Zaiser damals beobachtet hat, haben sich weiter zugespitzt. Ein zentraler Grund liegt im demografischen Wandel. „Die Babyboomer gehen in Rente, und es kommen viel zu wenige junge Leute nach“, so Zaiser. Besonders im Lebensmittelhandwerk zeige sich diese Entwicklung deutlich. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte den Arbeitsmarkt verlassen.
Hinzu kommt, dass sich die Erwartungen an Arbeit verändert haben. Jüngere Generationen setzen andere Prioritäten. „Früher haben sich Unternehmen die Mitarbeitenden ausgesucht; heute ist es oft umgekehrt.“

Warum klassische Wege nicht mehr funktionieren

Doch nicht nur der Arbeitsmarkt selbst ist Teil der Herausforderung. Ein weiterer Faktor liegt laut Zaiser in den Unternehmen selbst. Viele Betriebe suchen immer noch so wie früher – und wundern sich, dass niemand reagiert. Klassische Stellenanzeigen, insbesondere im Printbereich, verlieren zunehmend an Wirkung. Aber auch Online-Jobportale erreichen oft nur einen Teil der Zielgruppe. „Dort sind vor allem Menschen unterwegs, die aktiv auf Jobsuche sind. Aber die wirklichen Stars und Sternchen sind in der Regel längst beschäftigt. Die gute Verkäuferin ist nicht arbeitslos“, heißt es. „Aber vielleicht ist sie nicht ganz zufrieden und grundsätzlich offen für einen Wechsel. Und genau diese Menschen muss man erreichen.“

Neue Wege im Recruiting

Neue Ansätze im Recruiting werden dabei über die gezielte Ansprache potenzieller Bewerberinnen und Bewerber über digitale Kanäle erwägt. Entscheidend ist, die richtige Zielgruppe mit passenden Botschaften zu erreichen. „Wir haben hunderte Varianten getestet – bei Bildern, Texten, Ansprache. So finden wir heraus, was bei welcher Zielgruppe funktioniert.“ Zaisers Erfahrungen in der Branche sind hier Gold wert. „Im Grunde richte ich mich ja an meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Ich weiß genau, wie die ticken.“
Ein entscheidender Unterschied zu klassischen Methoden liegt in der Messbarkeit: „Wir sehen genau, wie viele Menschen klicken oder sich bewerben – und optimieren darauf aufbauend.“ Der Ansatz lässt sich nicht nur auf den Lebensmittelhandel übertragen. Auch in anderen Branchen – etwa im Recycling – fasst die a one media GmbH immer mehr Fuß. „Grundsätzlich können sich Unternehmen ganz unabhängig von der Branche bei uns melden. Die Probleme sind oft vergleichbar, deshalb schauen wir uns jeden Betrieb individuell an“, sagt er.
Ein häufiger Fehler vieler Unternehmen – ganz gleich aus welcher Branche – liegt aus seiner Sicht in der Kommunikation: „Oft geht es nur darum, was die Bewerberinnen und Bewerber mitbringen sollen. Dabei müsste die Frage viel stärker lauten: ‚Was bieten wir als Arbeitgeber?‘ “ Dabei spielen nicht nur Gehalt oder Arbeitszeiten eine Rolle. Vor allem Wertschätzung sei der wichtigste Faktor, ohne die nichts funktionieren würde. Gerade kleine Betriebe haben hier einen großen Vorteil, denn sie können das oft viel direkter leben als Großkonzerne.

Vom ersten Kontakt bis zur Einstellung

Wie ein solcher Prozess konkret aussieht, zeigt sich in der Praxis. Zunächst wird gemeinsam mit dem Unternehmen der Bedarf analysiert: Welche Stelle soll besetzt werden? Was macht den Betrieb als Arbeitgeber aus? Auf dieser Basis wird eine gezielte Kampagne entwickelt und über geeignete Kanäle ausgespielt. Schnell gehen erste Bewerbungen ein. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Geschwindigkeit: „Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Die Motivation ist am Anfang am höchsten – die darf man nicht verlieren.“ Für viele Betriebe sei das ein entscheidender Unterschied. Wenn sich jemand bewirbt und erst nach zwei Wochen eine Rückmeldung bekommt, ist das Thema häufig schon erledigt.
Früher haben sich Unternehmen die Mitarbeitenden ausgesucht; heute ist es oft umgekehrt.
Nach einer Vorqualifikation erhalten die Unternehmen passende Kandidaten – wobei die Auswahl letztlich weiterhin beim Betrieb liegt. „Am Ende geht es nicht nur darum, irgendjemanden zu finden, sondern die richtigen Menschen, die langfristig bleiben wollen“, betont der Geschäftsführer.

Vertrauen als Herausforderung

Trotz der wachsenden Nachfrage sei die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern für viele Unternehmen noch mit Vorbehalten verbunden. „Es gibt viele schwarze Schafe in der Branche“, sagt ­Zaiser. „Einige Firmen haben schon schlechte Erfahrungen gemacht und Geld investiert, ohne ein brauchbares Ergebnis zu bekommen.“ Vertrauen aufzubauen ist damit eine der größten Herausforderungen. „Wir nehmen Aufträge nur an, wenn wir überzeugt sind, dass wir helfen können“, sagt er. Gleichzeitig gehe es für viele Unternehmen auch um eine grundsätzliche Abwägung. „Manchmal muss man investieren, um am Ende Zeit, Geld und Nerven zu sparen.“

Eine Aufgabe mit persönlichem Antrieb

Für Zaiser ist das Thema mehr als ein Geschäftsmodell. Seine Motivation speist sich aus den Erfahrungen, die er selbst in der Branche gemacht hat. „Ich weiß genau, wie sich das anfühlt, wenn man unterbesetzt ist und der Druck steigt“, blickt er zurück. Am Ende gehe es nicht nur um einzelne Einstellungen, sondern darum, dass Betriebe wieder funktionieren. „Wenn es am Ende wieder läuft, ist das für alle eine spürbare Entlastung.“
kri
4/2026