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STIFTUNG DER WJ-Braunschweig – Wirtschaft mit gemeinnütziger Wirkung

Maximale Leidenschaft, ein eingespieltes Vorstandsteam und der Fokus auf regionalen Impact gerichtet: Die Stiftung der Wirtschaftsjunioren Braunschweig beweist, dass Wirtschaft auch immer eine soziale Komponente hat. Unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ fördert sie gezielt gemeinnützige Projekte und Initiativen im Bezirk der IHK Braunschweig. Vorstandsmitglied Ronja Wessel betont im Interview die Strukturrealität einer kleinen ehrenamtlichen Stiftung, die täglich den Spagat zwischen begrenzten Ressourcen und dem Wunsch nach maximaler gesellschaftlicher Wirkung meistert.
Dass der Wirtschaftsjunioren Braunschweig e. V. (WJ) seit 2014 über eine eigene Stiftung verfügt, ist ein seltenes Alleinstellungsmerkmal des Vereins. Das Fundament stammt aus Überschüssen der Europakonferenz 2012 und wird seither von der Stiftung verwaltet. Das Stiftungskapital wächst kontinuierlich durch einen Teil der Mitgliedsbeiträge der Wirtschaftsjunioren sowie regelmäßige Zustiftungen – wie beispielsweise aus der Hanseraum-Konferenz 2023. Spenden fließen hingegen direkt in die Projektarbeit. Gemeinsam mit Ronja Wessel investieren Vorstandsvorsitzender Lucas ­Schubert, seine Stellvertreterin Liza Klenk, ­Dominic Groß und Dr. Johann-Friedrich Fleisch ihre ehrenamtliche Zeit in die kleine Stiftung mit lokaler Verwurzelung.
Wirtschaft hat auch immer eine soziale Komponente. Wir möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben und sinnstiftende Arbeit bei uns in der Region leisten.
Das Stiftungsmotto „Aus der Region – für die Region“ erfüllen die allesamt aus Braunschweig und dem Umland stammenden Mitglieder, indem sie Projekte fördern, die vor Ort etwas bewegen. „Wirtschaft hat auch immer eine soziale Komponente. Wir möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben und sinnstiftende Arbeit bei uns in der Region leisten“, betont Wessel. Das vielseitige Engagement der Wirtschaftsjunioren funktioniert nur mit klarem Fokus und einer starken Gemeinschaft, die Verantwortung verlässlich auf alle Schultern verteilt – „schließlich fordert uns alle primär der Hauptberuf“, ergänzt die Pressesprecherin der Stiftung. Besonders die Kooperation zwischen dem Verein der Wirtschaftsjunioren, dem Arbeitskreis Stiftung und der Stiftung selbst spiele dabei eine tragende Rolle. Die enge Verzahnung und gegenseitige Unterstützung seien in den Projekten unabdingbar. Wessel gibt mit einem Lächeln zu, dass es gar nicht so leicht ist, die eigenen Ressourcen einzuteilen, wenn die Passion für die Stiftungs- und Vereinsarbeit so groß ist. Dennoch bleibt Raum für Initiativen, die sie mit großer Leidenschaft vorantreibt: „Ich bin außerdem im Arbeitskreis Bildung und Wirtschaft aktiv, wo wir zum Beispiel Schulklassen beraten und in Coaching-Projekten betreuen – das ist einfach ein Herzensprojekt von mir, in das ich schon sehr lange involviert bin.“

Kontinuität, Expertise und gelebter Teamgeist

Dem Stiftungs-Team gelingt das Zusammenspiel besonders gut, da ihr ehrenamtliches Wirken auf Kontinuität und Vertrauen aufbaut: Nachdem ihre erste Amtszeit durch die Coronapandemie ausgebremst wurde, entschied sich das Gremium geschlossen für eine zweite, „wovon die Stiftung enorm profitiert“, erklärt Wessel. Neben der langjährigen Verbundenheit sind es vor allem die fachliche Expertise sowie die unterschiedlichen Spezialgebiete der Mitglieder, die die Arbeit so stark machen. Ergänzend zur Professionalität betont die Senior-Projektmanagerin der Gingco Systems GmbH vor allem den Teamgeist: „Ein Ehrenamt lebt langfristig vor allem vom Spaß an der gemeinsamen Sache.“ Ein Wir-Gefühl, das auch nach außen wirkt: Auf Pressebildern, in Social-Media-Beiträgen oder auf der eigenen Homepage macht die Stiftung nicht nur den präzisen Einsatz der Spendengelder transparent, sondern auch die damit einhergehende Freude und Energie ist unübersehbar. Über die unterschiedlichsten Kanäle – wie die Medienpräsenz, Mundpropaganda oder das etablierte WJ-Netzwerk – gehen die Förderanträge beim Vorstand ein. Trotz eines weit gefassten Stiftungsrahmens basiert der Stiftungszweck auf fünf Säulen, die bei der Projektauswahl eine klare Richtung vorgeben. Insbesondere Vorstandsmitglied Dr. Johann-Friedrich Fleisch bringt als ­Anwalt für Stiftungsrecht das nötige juristische Fachwissen bei der Entscheidungsfindung mit. Da die finanziellen Mittel einer kleineren Stiftung naturgemäß begrenzt sind, fließen die Gelder bewusst in mehrere kleine und lokal verwurzelte Initiativen und erreichen dadurch viele verschiedene bedürftige Gruppen. Neben den finanziellen Ressourcen ist vor allem ehrenamtliche Manpower im Alltagsgeschäft gefragt – Projekte aktiv zu begleiten, ist für den Stiftungsvorstand selbstverständlich. Ronja ­Wessel unterstreicht in diesem Zusammenhang ebenso die Unterstützung durch den WJ-Verein, denn einige Projekte erfüllen nicht zu 100 Prozent den Stiftungszweck, sodass sie an den Arbeitskreis Stiftung der Wirtschaftsjunioren ausgegliedert wurden. Dazu zählen zum Beispiel traditionell gewachsene Projekte wie die Kauf-1-Mehr-Aktion mit der Görge Discount GmbH, die regelmäßige Weihnachtstüten-Aktion für Obdachlose oder der jährliche Stiftungs-Cup in Zusammenarbeit mit dem Golf-Klub Braunschweig.
Uns ist es wichtig, Transparenz und ein Gefühl dafür zu schaffen, was die Region benötigt. Auch wenn es nur im Kleinen ist, hoffen wir, dass wir in der Region etwas bewegen können.

Herzensprojekte mit nachhaltiger Wirkung

Dieses Charity-Turnier im August bildet das diesjährige Hauptevent der Stiftung, um wichtige Fördergelder zu sammeln. Zudem wird der Vorstand seine Arbeit sowie das begünstigte Projekt vorstellen: In diesem Jahr gehen die Einnahmen an das Talker-Café in Braunschweig. Das von der Lebenshilfe Braunschweig gemeinnützige GmbH ins Leben gerufene Angebot unterstützt Kinder und Jugendliche mit Sprachbarrieren sowie deren Familien im Umgang mit elektronischen Kommunikationshilfen, den sogenannten „Talkern“. Zu den weiteren aktuell von der Stiftung unterstützten Projekten zählen der geplante integrative „Löwenspielplatz“ im Bürgerpark nahe der Volkswagen-Halle, das inklusive Theaterfestival für Demokratie und Teilhabe „Jetzt knallt’s“ des Theaterpädagogischen Zentrums für Braunschweig und die Region e. V. sowie die interaktive Dauerausstellung „Rosenweg 76“ zum Thema häusliche Gewalt am Bruchtorwall in Braunschweig, von der sich Wessel nachhaltig beeindruckt zeigt. Als ein weiteres Herzensprojekt erwähnt sie außerdem „Medienkompetenz – digitale Welt entdecken“ mit der Kita Quäker-Nachbarschaftsheim (QNH), in dem es um den altersgerechten Einsatz von Medien in Kindergärten ging. Selbst vor Ort dabei war die junge Unternehmerin beim Teilprojekt „Starke Mädchen“ des übergeordneten Projektes „Starke Schule“, das zusammen mit der Nibelungen-­Realschule in Braunschweig entstanden ist. Schülerinnen lernten, sich in Selbstverteidigungskursen zu behaupten und „der Impact war spürbar“, erinnert sich Wessel. Auch das Schultheater-Projekt „Ja-Nein-Stopp“ zur Prävention sexualisierter Gewalt hat bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Ein extrem wichtiges Thema, bei dem schon minimale Fördermittel viel bewirken konnten.“

Das große Ganze im Blick

Der Stiftungsvorstand muss die fünf Stiftungszwecke – Bildung, Kinder & Jugendliche, Natur & Umwelt, Wissenschaft & Forschung sowie Internationales & Kultur – nicht jedes Jahr in gleichem Maße berücksichtigen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit verschiebt sich regelmäßig. Das hänge vor allem davon ab, welche Förderanträge eingehen, erklärt Wessel. Lag er in den vergangenen Jahren noch stark auf den Themen Bildung und Umwelt, richtet er sich aktuell verstärkt auf Kinder und Jugendliche aus. Dabei steht die Stiftung stets in engem Kontakt mit ihren Projektpartnern und weiteren Ehrenamtlichen: „Tolle Menschen, die in ihrer Freizeit Großes bewirken“, lobt die engagierte Wirtschaftsjuniorin.
Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage rechnet die Stiftung zukünftig mit einem verstärkten Förderbedarf. Trotz der eigenen, begrenzten Mittel möchten Ronja Wessel und ihr Team weiterhin einen verlässlichen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Ein besonderer Fokus soll dabei künftig verstärkt auf dem Thema „Bildung und unternehmerischer Nachwuchs“ liegen, um so positive Impulse für die Wirtschaft zu setzen. Die Stiftung passt sich damit flexibel den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen an, behält aber das große Ganze im Blick – wohlwissend, dass Förderung oft schon im Kleinen, wie beispielsweise im Kindergarten, anfangen muss. Jedes geförderte Projekt besitze seine Daseinsberechtigung, greife mit anderen Initiativen ineinander und könne letztlich eine spürbare Auswirkung auf die gesamte Wirtschaft haben. „Uns ist es wichtig, Transparenz und ein Gefühl dafür zu schaffen, was die Region benötigt. Auch wenn es nur im Kleinen ist, hoffen wir, dass wir in der Region etwas bewegen können“, so Wessel abschließend.ar
5/2026