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Innovationskraft in der nächsten Generation Erfolgreiche Unternehmensnachfolge bei der CIO GmbH

Die Unternehmensnachfolge gilt als eine der größten Hürden für den deutschen Mittelstand. Dass dies im hochdynamischen SAP-Markt erfolgreich gelingen kann, zeigt die CIO GmbH in Braunschweig. Fast ein Vierteljahrhundert prägten Carolin und Hardy Schäfer die Braun-schweiger IT-Landschaft mit maßgeschneiderten SAP-Lösungen für ihre Kunden, im Januar 2026 gelang ihnen der strategische Schritt zur erfolgreichen Unternehmensübergabe. Mit dem Einstieg von Michael Appel als neuem Geschäftsführer vollzieht das Unternehmen nicht nur einen Wechsel in der operativen Führung, sondern stellt sich neuen Herausforderungen auf dem kompetitiven Markt der digitalen Transformation.
Carolin Schäfer gründete das SAP-Beratungshaus gemeinsam mit ihrem Ehemann ­Hardy im Jahr 2002. Die Rollen­verteilung war von Beginn an klar definiert: Er war für die Kundenberatung zuständig, sie für die operative Geschäftsführung. „Ich war die erste Mitarbeiterin“, erinnert sich die heute 63-Jährige, die eigentlich bis 65 arbeiten wollte. Dementsprechend jung ist der Gedanke an eine externe Nachfolge ihres gemeinsamen Lebenswerks. Mehr durch Zufall, „weil das Thema interessant klang und die Location um die Ecke lag“ nahmen Schäfers im August 2023 an der IHK-Veranstaltung „Unternehmensnachfolge – So gelingt‘s!“ teil, wo zum ersten Mal die Absicht reifte, die CIO GmbH zu verkaufen. Inspiriert von der Veranstaltung, dem Erfahrungsaustausch untereinander über verschiedene Nachfolgestrategien und den Erfolgsgeschichten der Referenten öffnete sich die damalige Geschäftsführerin für neue Wege. „Als Unternehmerin habe ich viel gearbeitet und hatte kaum Kapazitäten für diese Themen – und schon gar nicht dafür, wie man von diesem ‚Arbeitspensum‘ wieder herunterkommt. Das sagt einem leider keiner“, ergänzt die sympathische Gründerin der CIO GmbH mit einem Lächeln. So stimmte sie der Kontaktaufnahme durch Thomas Kausch von der Allianz für die Region GmbH zu, den sie auf dem Event kennengelernt hatte. Der Projektleiter begleitet und berät Unternehmen dabei, familienexterne Nachfolgelösungen zu realisieren. Der Regionalpool der Allianz für die Region fungiert als strategische Drehscheibe für den Generationenwechsel und vernetzt anonymisierte Betriebsprofile mit passgenauen Nachfolgekandidaten.
Mit Michael Appel wird die Brücke zwischen der klassischen SAP- und der neuen KI-Welt geschlagen. Das ist genau die Herausforderung, vor der viele Unternehmen stehen.

„Er ist es zu 100 Prozent“

In der Folge war auch die CIO GmbH im Regionalpool der Allianz für die Region gelistet und erweckte die Aufmerksamkeit von Michael Appel, der bis dato Partner und ­Boardmitglied bei MHP – A Porsche Company in Wolfsburg war. „Ich bin auf Empfehlung auf die Allianz für die Region und den Regionalpool aufmerksam geworden. Zum damaligen Zeitpunkt war die CIO GmbH die einzige gelistete IT-Beratungsfirma auf der Plattform. Ich habe zwei Nächte darüber geschlafen und Thomas Kausch meinen Lebenslauf zugeschickt“, so der Unternehmensnachfolger. Im November 2024 hat Carolin Schäfer das Bewerberprofil erhalten und kommuniziert ganz offen mit einem Augenzwinkern: „Mein erster Impuls war: Das passt gar nicht. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass daraus etwas werden könnte.“ Da sie das Nachfolgethema jedoch als Lernprozess begriff, wollte sie zumindest den Kennenlerntermin wahrnehmen, erinnert sie sich. Eine Entscheidung, die sich in den darauffolgenden acht Monaten als goldrichtig erweisen sollte. Den Auftakt markierte ein Treffen im Februar 2025 in den Räumen der Allianz für die Region. Ahnungslos parkten die beiden zunächst direkt hintereinander und stellten schnell fest, dass sie nicht nur dieselbe Leidenschaft für Autos, sondern auch eine unmittelbare Sympathie füreinander teilten. Appel war seit der Rückfahrt dieses Gesprächs von der Leidenschaft der Gründerin, ihrer soliden Führung der CIO GmbH und dem stabilen Kunden-, Partner- und Beraternetzwerk beeindruckt. Schäfer wiederum vertraute ganz auf ihre Intuition. Nach einem weiteren Treffen in der CIO GmbH sowie einem privaten Austausch gemeinsam mit ­Appels Familie stand für sie und ihren Mann fest: „Er ist es zu 100 Prozent. Nicht nur die fachlichen Skills, sondern das Menschliche haben mich überzeugt.“ Dass der ganze Prozess sehr stark auf gegenseitigem Vertrauen aufbaute, bestätigen beide fast unisono.
Mit dem Wechsel auf die Unternehmerseite stellt man sein Leben einmal komplett auf den Kopf. Das ändert alles.

Stabilität & neue Horizonte

Bemerkenswert ist, dass zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort über den Kaufpreis gefallen war – das Bauchgefühl hatte entschieden. Laut Appel waren im gesamten Prozess keine Anwälte vonnöten und es gab lediglich einen siebenseitigen, sehr schlanken Vertrag. Für gewöhnlich gestaltet sich auch der Notartermin bei Unternehmensverkäufen weit weniger harmonisch – jedoch nicht bei der CIO GmbH: Carolin und Hardy Schäfer feierten mit Michael Appel und dessen Frau Julia bei „Champagner und Schokolade“ den Vertragsabschluss­ – ein besonderer Moment festgehalten auf Erinnerungsfotos. „Der Notar konnte es gar nicht fassen, da die Parteien meist nur über Anwälte kommunizieren“, sagt ­Schäfer schmunzelnd. Warum der Prozess so reibungslos lief? Neben der gegenseitigen Sympathie ist es vor allem Appels Bestreben, die Firma mit ihren Potenzialen im Sinne einer nachhaltigen Kontinuität weiterzuentwickeln. Obwohl der dreifache Familienvater seine langjährige Anstellung bereits vor dem Kaufabschluss fristgerecht kündigen musste, plagten ihn keinerlei Zweifel, dass die Inhaber sich im letzten Moment doch noch für einen Investor mit einem lukrativeren Angebot entscheiden könnten. Schäfer, selbst aus einer Unternehmerfamilie stammend, pflichtet ihm bei: „Das wäre für mich keine Option gewesen, Geld ist nicht mein Motor. Ich bin ein ehrlicher Mensch – wir haben uns per Handschlag geeinigt und das zählt für mich.“
Wir wollen die erste Adresse für SAP-Beratung in Braunschweig sein.
Was der ehemaligen Geschäftsführerin vor allem am Herzen liegt, sind die langjährigen Mitarbeitenden, die für sie wie eine Familie waren und sie auch unabhängig vom Geschäftlichen unterstützt haben. Diesen Kurs setzt Appel fort, indem er das bestehende Fundament bewahrt und gleichzeitig mutig in die Zukunft blickt. Besonders bei der Prozessautomatisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) sieht der neue Geschäftsführer enormes Potenzial für Klein- und Mittelstand sowie Konzerne. Er möchte seine Kunden dabei unterstützen, KI-Potenziale zu nutzen, um Prozesse schlanker und schneller zu gestalten – eine strategische Erweiterung, für die im Unternehmensalltag oft die Zeit fehlt. Hierfür greift der 43-Jährige auf die Expertise der CIO-Group zurück – ein langjährig gewachsenes und sorgfältig kuratiertes Netzwerk aus erfahrenen SAP-Spezialisten. Dadurch kann er seinen Kunden innerhalb der DACH-Region perfekt besetzte Projektteams anbieten. ­Appel möchte dieses Erfolgsmodell nicht nur fortführen, sondern im Sinne der Neuausrichtung außerdem fünf bis fünfzehn neue Expertinnen und Experten aus der Region einstellen. „Wir wollen die erste Adresse für SAP-Beratung in Braunschweig sein“, betont der visionäre Neuunternehmer. Trotz des herausfordernden Fachkräftemarktes setzt er gezielt auf lokale Präsenz statt auf ein rein virtuelles Team. Persönliche Nähe und gemeinsames Gestalten seien der zentrale Fokus für das künftige Wachstum am Standort Braunschweig. Eine gute Ergänzung, findet auch Schäfer und ist sich sicher: „Mit Michael Appel wird die Brücke zwischen der klassischen SAP- und der neuen KI-Welt geschlagen. Das ist genau die Herausforderung, vor der viele Unternehmen stehen.“

Nahtloser Generationenwechsel

Der Zeitpunkt der Übergabe sei ideal gewesen, denn auch Schäfers hätte diese Neuaufstellung trotz florierender Geschäfte bevorgestanden. Während Hardy Schäfer den CIO-Kunden als SAP-Experte weiterhin erhalten bleibt, stellt Carolin Schäfer in ihrer neuen Rolle als Beraterin stattdessen sicher, dass das wertvolle Know-how erhalten bleibt und die Übergabe an Michael Appel reibungslos verläuft – wohlwissend, dass sie große Fußstapfen hinterlässt, die es nun auszufüllen gilt. Beide haben sich bewusst für diesen sanften Übergang entschieden und können ihn ganz klar empfehlen. Dabei garantiert das geteilte Büro kurze Abstimmungswege. „Es gibt natürlich Diskussionspunkte, bei denen 20 Jahre Erfahrung in der Geschäftsführung von Carolin Schäfer als Selbstständige auf meine 20 Jahre Beratungserfahrung als Angestellter treffen. Aber da wir so komplementär sind, ergänzen wir uns hervorragend“, so Appel. „Dennoch unterscheiden wir uns in unserer Arbeitsweise“, ergänzt Schäfer. „Ich verfolge einen intuitiven Führungsstil, du einen modernen. Aber das ist eine Bereicherung, denn so beleuchten wir Herausforderungen immer von zwei Seiten.“ In seinem privaten Umfeld erfährt der neue Geschäftsführer viel Unterstützung, Zuspruch und Respekt. Seine Ehefrau war von der Entscheidungsfindung bis zur Vertragsunterzeichnung an seiner Seite. Das sei die Grundvoraussetzung gewesen, um den Sprung vom sicheren, gut dotierten Angestelltenverhältnis in das finanzielle Risiko eines Unternehmers zu wagen, berichtet Appel. „Mit dem Wechsel auf die Unternehmerseite stellt man sein Leben einmal komplett auf den Kopf. Das ändert alles.“ Also braucht man auch ein bisschen Mut? „Streichen Sie ‚ein bisschen‘“, entweicht es ihm sogleich. Unternehmensnachfolgern rät er, sich mental auf den Rollenwechsel vorzubereiten, denn eine Entscheidung als angestellte Führungskraft sei etwas völlig anderes als die Verantwortung eines Unternehmers.
Carolin Schäfer fällt der Ablöseprozess schwer. „Ich arbeite gerne“, bestätigt sie. Daher sei der schrittweise Übergang für sie der einzig richtige Weg. Während sie Michael Appel bei der Kundenübergabe unterstütze – sie kenne ihre Kunden zum Teil seit 30 Jahren – freue sie sich darauf, die Einführung von KI mitbegleiten zu dürfen, verrät die technologiebegeisterte Vollblut-Unternehmerin. „Die Firma ist unser Leben gewesen.“ Der Verkauf erfolgte im erfolgreichsten Geschäftsjahr der Firmengeschichte – eine Übergabe auf dem absoluten Zenit und eine ideale Ausgangslage für Michael Appel. Besonders freue es Schäfer, dass ihr Nachfolger nicht nur auf Zahlen schaue, sondern die gewachsene Kultur und das Team wertschätze. Das gebe ihr und ihrem Mann das gute Gefühl, dass ihre Vision nachhaltig weitergetragen wird.
4/2026