Digitale Bedrohungen im Visier - Fachforum stärkt Cyberresilienz für Unternehmen

Cyberangriffe stellen längst nicht nur technische Herausforderungen für Unternehmen dar, sondern sind das zentrale Element einer komplexen, digitalen Auseinandersetzung. Ein von der Polizeidirektion Braunschweig und der IHK Mitte November aus der Taufe gehobenes Fachforum setzte dieses Thema besonders in Szene. Rund 170 Gäste aus kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Polizei Niedersachsen folgten der Einladung.
In seinem Grußwort übermittelte Polizeipräsident Thomas Ring eine unmissverständliche Botschaft an alle Anwesenden: ­„Cybersicherheit ist ein Thema, das uns alle betrifft. Daher ist außerordentlich wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu schützen. Ich freue mich über alle Vertreterinnen und Vertretern aus der Braunschweiger Wirtschaft und Arbeitgeberverbänden, die wir heute begrüßen dürfen. Gemeinsam erhöhen wir die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen in unserer Region – für eine sichere und zukunftsfähige lokale Wirtschaft und darüber hinaus – und mit Blick auf die Herausforderungen von morgen.“
Auch IHK-Präsident Tobias Hoffmann weiß um die Bedeutung des Themas, nicht zuletzt aufgrund der Angriffe, die mittlerweile auch kleine und mittlere Betriebe vor Herausforderungen stellen: „Neben Großunternehmen ist ebenfalls der Mittelstand Ziel von Cyberkriminalität. Deswegen ist aktuell und in Zukunft besondere Vorsicht geboten. Aus diesem Grund empfehlen wir, IT-Sicherheit als ganzheitliche Unternehmensstrategie zu begreifen und die Mitarbeitenden entsprechend zu schulen und auf etwaige Gefahren einzustellen.“
Cybersicherheit ist ein Thema, das uns alle betrifft.
Die anschließenden Impulse der Referenten zeigten eindringlich, dass Cybersicherheit nicht nur die technische Sicherheitsarchitektur eines Unternehmens betrifft, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist. Kriminalhauptkommissar Mario Krause, Leiter des Fachkommissariats Cybercrime der Zentralen Kriminalinspektion Braunschweig, sprach unter anderem über Ermittlungsarbeiten bei digitalen Straftaten und adressierte insbesondere den gewichtigen Wert von Zusammenarbeit zwischen regionalen Betrieben und der Polizei.
Dass die Sicherheit Deutschlands auch im Cyberspace verteidigt wird, legte der Einsatz- und Cyberpsychologe der Bundeswehr, ­Slava Migutin, in seinem Fachvortrag dar. Er erläuterte, wie der Mensch als so genannte „Human Firewall“ gestärkt werden kann, um Sensibilisierung für Methoden der Manipulation und Täuschung sowie für typische Wahrnehmungsfallen zu schaffen.
Den Abschluss bildete Dr. Alexander Beck, Leiter des Security Operation Centers bei VW Financial Services, indem er die operativen Herausforderungen am Beispiel eines schwerwiegenden DDoS-Angriffs herausstellte und dazu praxisnahe Lösungsansätze präsentierte. Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) zielt darauf ab, Websites, Server oder Netzwerke durch Überlastung mit schädlichem Traffic lahmzulegen, damit legitime Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr auf diese zugreifen können. Die Ziele sind vielfältig und reichen von Erpressung über finanzielle Schäden bis hin zur Sabotage, wobei oft eine große Anzahl von kompromittierten Geräten eingesetzt wird, um entsprechende Angriffe durchzuführen.
9/2025