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Validierungsverfahren – Kompetenzen sichtbar machen – mit Validierung beruflicher Fähigkeiten
Es ist paradox: Unternehmen suchen Fachkräfte, obwohl die besten Kompetenzen bereits im eigenen Betrieb vorhanden sind. Die iesse-Schuh GmbH aus Goslar steht exemplarisch dafür, wie das gesetzlich verankerte Validierungsverfahren Potenziale schafft, um Mitarbeitende gezielt einzusetzen und weiterzuentwickeln. So wird langjährige berufliche Erfahrung sichtbar und über ein Zeugnis offiziell anerkannt.
Zwischen Regalen, Warenpaletten und laufendem Betrieb wurde im Lager der Firma etwas sichtbar, das dort längst zum Alltag gehört: berufliches Können auf hohem Niveau. Im Mittelpunkt der Validierung steht Khiyal Mohammad Noori – ein langjähriger, im Team geschätzter Mitarbeiter, dessen Erfahrung und Fachwissen bislang ohne offiziellen Nachweis geblieben sind. Genau hier setzt das Verfahren an: Nicht der Bildungsweg entscheidet, sondern das, was Menschen tatsächlich können.
Mit dieser Unterstützung sendet der Betrieb ein deutliches Signal. Lagerleiter Florian Kleinewig setzte sich ausdrücklich dafür ein, dass Noori seine Kompetenzen nun sichtbar machen kann – und begleitet ihn auch bei den nächsten Schritten. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden einbinden und vorhandene Fähigkeiten anerkennen, investieren nicht nur in einzelne Lebensläufe, sondern auch in ihre eigene Zukunftsfähigkeit – und zeigen dabei, wie übertragbar dieser Weg auf andere Betriebe sein kann.
Praxis statt Theorie
Begleitet wurde die Validierung von zwei erfahrenen Prüfern des Ausschusses für Lagerberufe, die sogenannten Berufsexperten. Als berufene Prüfer bringen sie langjährige Erfahrung mit und sind auch bei regulären Ausbildungsprüfungen aktiv. Zuvor kamen alle Beteiligten im Rahmen eines Vorgesprächs beim Goslarschen Schuh-Experten für ein persönliches Kennenlernen und Briefing zusammen.
Warenannahme, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand: Die Validierung orientierte sich an typischen Abläufen des Berufsalltags. Statt künstlicher Prüfungssituationen entstand ein praxisnaher Ablauf mitten im betrieblichen Geschehen. Ergänzt wurde das Verfahren durch fachliche Grundlagen, die im Arbeitsalltag unverzichtbar sind – etwa das Lesen und Verstehen des Lastendiagramms eines Gabelstaplers.
Der Fokus blieb dabei stets klar: praktisches Können sichtbar machen, ohne das notwendige Fachwissen auszublenden. Auch das Thema Arbeitssicherheit zog sich durch alle Stationen. Khiyal Mohammad Noori konnte seine beruflichen Kompetenzen souverän zur Schau stellen und zeigen, worauf es im Lageralltag ankommt. Welche Inhalte konkret im Mittelpunkt stehen, richtet sich jeweils nach dem Referenzberuf – die Schwerpunkte können daher je nach Tätigkeit variieren.
Die IHK unterstützt
Die IHK Braunschweig begleitet das Verfahren nicht nur organisatorisch, sondern auch beratend. Sie unterstützt Unternehmen und Teilnehmende bei der Auswahl des passenden Referenzberufs sowie bei der praxisnahen Umsetzung der Validierung.
Nutzen für Teilnehmende
Fähigkeiten zeigen sich nicht nur auf Papier. Das Verfahren macht berufliche Kompetenzen sichtbar – unabhängig davon, ob sie im Betrieb, im Alltag oder auf anderen Wegen erworben wurden. Gerade Menschen ohne anerkannte Abschlüsse, mit unterbrochenen Bildungswegen oder Unsicherheiten in Prüfungssituationen erhalten so die Chance, ihr Können praxisnah und glaubwürdig zu präsentieren.
Bei vollständiger Vergleichbarkeit mit dem Referenzberuf wird ein Zeugnis über die berufliche Handlungsfähigkeit ausgestellt. Absolventinnen und Absolventen können sich so unter anderem für die Ausbildereignungsprüfung qualifizieren. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen ist zudem eine Aufstiegsfortbildung möglich.
Für Unternehmen ist die Validierung ein Gewinn
Für Betriebe ist der Aufwand einer Validierung überschaubar, der Nutzen hingegen groß. Das Verfahren liefert eine verlässliche Einschätzung vorhandener Kompetenzen im eigenen Betrieb und schafft Sicherheit bei Einsatz, Entwicklung und Personalplanung. „Validierung schafft Transparenz über berufliche Kompetenzen, die im Alltag längst vorhanden sind, aber oft unsichtbar bleiben. Für Unternehmen ist das ein Gewinn, weil sie vorhandenes Potenzial gezielter einsetzen und entwickeln können“, sagt Dr. Kirsten Anna van Elten, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK und Abteilungsleitung Beruf und Bildung.
Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden auf diesem Weg begleiten möchten, können sich für eine individuelle Beratung an Daniela Rümmler via E Mail: daniela.ruemmler@braunschweig.ihk.de oder per Telefon unter: 0531 24715-247 wenden.
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Daniela Rümmler
