Mütter wollen unter besseren Bedingungen mehr arbeiten

Viele Mütter in Deutschland arbeiten in Teilzeit, obwohl sie sich vorstellen könnten, mehr zu arbeiten. Eine neue Untersuchung zeigt, unter welchen Bedingungen das möglich ist – und wie Unternehmen dadurch wichtige Fachkräftepotenziale erschließen.
Die ­Erwerbstätigkeit von Müttern gezielt zu fördern, kann nicht nur den deutschen Arbeitsmarkt insgesamt stärken, sondern auch Betriebe, die unter Nachwuchs- oder Fachkräftemangel leiden. Viele Mütter sind gut qualifiziert und berufserfahren, doch bleiben sie langfristig in Teilzeit beschäftigt, auch wenn die Kinder schon älter sind. Eine Untersuchung der Prognos AG für das Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ hat rund 1500 teilzeitbeschäftigte ­Mütter dazu befragt. Hauptgründe für die Teilzeit sind demnach, dass die Mütter ausreichend Zeit für Kinder und Hausarbeit benötigten sowie nicht optimale Kinderbetreuungsangebote. ­„Unzulängliche Energie“ nennen dagegen weniger als die Hälfte (43 Prozent) als einen Grund für ihre Teilzeitbeschäftigung.
Mehr Vereinbarkeit ermöglicht mehr Erwerbsarbeit. Und mehr Erwerbsarbeit führt zu mehr Wohlstand.

Müttererwerbstätigkeit unterstützen durch bessere Vereinbarkeit

Damit in Teilzeit arbeitende Mütter ihre Arbeitszeit ausweiten, sind der Umfrage zufolge vor allem Maßnahmen wichtig, die sie unterstützen und zeitlich entlasten. Vor allem eine gute betriebliche Vereinbarkeitspolitik in puncto Familie und Beruf habe einen erheblichen Einfluss auf ihre Bereitschaft zur Arbeitszeiterhöhung, resümiert die Untersuchung. Die Motivation dafür sei häufig vorhanden: Fast die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Mütter (45 Prozent) würde ihre Arbeitszeit erhöhen, wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und auch Karriereperspektiven verbessert würden. Das Engagement dafür lohnt sich: Eine Erhöhung der Müttererwerbstätigkeit birgt das Potenzial von rund 14 Millionen zusätzlichen Wochenstunden. Dies würde in etwa 350 000 zusätzlichen Vollzeitäquivalenten entsprechen.
Die Untersuchung „Mehr ist möglich! Was Betriebe tun können, damit Mütter ihre Arbeitszeitwünsche umsetzen können“ kann auf der Website des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ heruntergeladen werden:
www.erfolgsfaktor-familie.de.

Potenziale heben – zugunsten aller

Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), betonte beim Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie“ vor wenigen Monaten in Berlin, wie lohnenswert es sei, die Müttererwerbstätigkeit zu stärken: „Wenn wir es schaffen, Eltern – insbesondere Müttern – den schrittweisen Wiedereinstieg und die Ausweitung ihrer Arbeitszeit zu erleichtern, profitieren alle: Familien, Unternehmen und der Arbeitsmarkt. Die Rechnung ist ganz einfach: Mehr Vereinbarkeit ermöglicht mehr Erwerbsarbeit. Und mehr Erwerbsarbeit führt zu mehr Wohlstand.“
Von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen profitieren somit alle – sie sind der Schlüssel, um das Potenzial teilzeitbeschäftigter Mütter zu heben. Betriebe haben es in der Hand, in welcher Form sie diese Chance ergreifen und wie sie durch ihre Personalpolitik und betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.
9/2025