Deutsch-indische Wirtschaft - Indische Generalkonsulin besucht Landkreis Peine

IHK-Präsident Tobias Hoffmann empfing auf Einladung der wito-Wirtschaftsförderin Melitta Arz die indische Generalkonsulin Soumya Gupta sowie den Vize-Konsul Pawan Devrani in seinem Unternehmen in Lengede-Broistedt. Als Marktführer in der Filtration von Schleiföl beim Verzahnschleifen fertigt die Hoffmann Maschinen- und Apparatebau GmbH Filter- und Kühleranlagen und betreut seine internationalen Kunden vor Ort über ein weltumspannendes Netz von Servicepartnern – sogar in Mumbai.
Dass die Zusammenarbeit zwischen deutschen und indischen Geschäftspartnern enorme wirtschaftliche Potenziale birgt, darüber waren sich Tobias Hoffmann und die Generalkonsulin Gupta sofort einig. Bei einer Unternehmensführung und dem gemeinsamen Austausch, unter anderem mit Geschäftsführer ­Guido Neugebauer, Fabian Laaß (Referat Landrat, Kreistag und Öffentlichkeitsarbeit Peine), den wito-Wirtschaftsförderinnen Meike Henkel und Melitta Arz sowie Doreen Weisheit (Referentin International der IHK Braunschweig), wurden gemeinsame Herausforderungen adressiert.
Indien hat sich in den vergangenen Jahren zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt. Aktuell investiert das Land massiv in Infrastruktur, Energie sowie Digitalisierung – und bedient damit Bereiche, die auch zahlreiche Chancen für deutsche und europäische ­Firmen bieten. Eine intensive Zusammenarbeit erfolgt bereits im Bereich der Bahntechnik.
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftspolitische Kooperation eine Herausforderung. Die seit Jahren erfolgenden Verhandlungen um das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der EU und Indien kommen nur sehr langsam voran. Zusätzlich stellen europäische Bürokratie und Regelungen wie jene zu Lieferketten, CO2-Preisen oder Entwaldung auch indische Zulieferer vor immer größere Hürden. Diese Anforderungen sind insbesondere für kleine Betriebe nur schwer zu erfüllen und führen in Teilen zu einer Fokussierung auf Märkte jenseits der Europäischen Union.
Dennoch: Gerade familiengeführte Unternehmen entsprechen in ihrer Struktur, Unternehmenskultur und langfristigen Orientierung in vielen Fällen dem deutschen Mittelstand, so Generalkonsulin Gupta. Diese oft unterschätzten Ähnlichkeiten böten eine hervorragende Grundlage für engere wirtschaftliche ­Partnerschaften. Auch könne die Zusammenarbeit möglicherweise zu einem erfolgreichen Teil der Lösung bekannter Nachfolgeproblematiken der deutschen Wirtschaft werden. Umso wichtiger ist es, bestehende Dialogformate und Austauschprogramme weiter zu stärken – am besten schon im Jugendalter, wie es der Landkreis Peine erfolgreich tut. Denn: Internationale Kooperation beginnt mit gegenseitigem Verständnis, und dieses sollte im Idealfall von der Pike auf erlernt werden.
Trotz aller Hürden bleibt festzuhalten: Die deutsch-indischen Beziehungen bieten nach wie vor enorme Potenziale für Wachstum und Innovation. Entscheidend wird sein, die vorhandenen Chancen entschlossen zu nutzen und den Blick stärker auf das Verbindende als auf das Trennende zu richten.
9/2025