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Nr. 7069890
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Außenwirtschaftstag Niedersachsen – 2026 Impulse für neue Märkte und internationale Strategien

Zwischen geopolitischen Spannungen, neuen Handelsbarrieren und brüchigen Lieferketten verschiebt sich die Landkarte der internationalen Wirtschaft spürbar. Was lange als Risiko galt, entwickelt sich zunehmend zum Ausgangspunkt neuer Chancen: Märkte abseits etablierter Handelsrouten rücken in den Fokus, verborgenes Potenzial wird sichtbar. Genau diesem Spannungsfeld widmete sich der 21. Niedersächsische Außenwirtschaftstag Ende April in Hannover unter dem Leitthema „Hidden Markets“. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten, wie Unternehmen in Zeiten globaler Unsicherheit neue Perspektiven erschließen und internationale Geschäftsmodelle zukunftsfähig ausrichten können.
Neben Fachvorträgen und Diskussionsformaten bot der Außenwirtschaftstag vielfältige Möglichkeiten zum Networking und zur direkten Vernetzung mit internationalen Partnern. Damit bestätigte die Veranstaltung erneut ihre Rolle als bedeutendes Forum für exportorientierte Unternehmen aus Niedersachsen.

Niedersächsischer Außenwirtschaftspreis: Starke Nischenakteure im Fokus

Den Höhepunkt des Tages markierte die Verleihung des 16. Niedersächsischen Außenwirtschaftspreises. Die nominierten und prämierten Unternehmen – darunter Vertreter aus Industrie, Technologie und Agrarwirtschaft – stehen exemplarisch für die Stärke des niedersächsischen Mittelstands. Mit der Auszeichnung werden gezielt „Hidden Champions“ sichtbar gemacht, die mit technologischer Exzellenz und ihrer überdurchschnittlichen internationalen Exportorientierung maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beitragen.

Zwei Erfolgsgeschichten aus Braunschweig und Wolfenbüttel ausgezeichnet

Sieger in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ ist die Simtec Systems GmbH. Seit der erfolgreichen Ausgründung aus der TU Braunschweig im Jahr 1989 steht das Unternehmen für Innovationskraft „Made in Niedersachsen“ und beweist eindrucksvoll, wie lokale Expertise weltweit Maßstäbe setzen kann. Die internationalen Erfolge im Bereich moderner Simulationstechnik – etwa für Entertainmentanwendungen wie Flying Theaters sowie Fahr- und Flugsimulationen – strahlen weit über die Region hinaus.
Auch in der Kategorie „Großunternehmen“ war die Region 38 stark vertreten: Mit der MKN Maschinenfabrik Kurt ­Neubauer GmbH & Co. KG aus Wolfenbüttel wurde ein weiterer Hidden Champion nominiert.

„Hidden Markets“ neu denken

In seiner Keynote sprach sich Prof. Dr. ­Michael Berlemann, wissenschaftlicher Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, ausdrücklich für die kontinuierliche Diversifizierung des deutschen Außenhandels aus. Wichtig dafür seien Freihandelsabkommen sowie die Offenheit deutscher Exporteure.
Auch müssten die Unternehmen ihre Internationalisierungsstrategien stärker flexibilisieren und gezielt nach bislang unterschätzten Regionen und Marktsegmenten suchen. Bislang gelten Kanada, Südamerika und die EU selbst als Hidden Markets. Auch die import- sowie exportseitige Diversifizierung der deutschen Betriebe sei bislang auf einem guten Weg. Anhand statistischer Auswertungen offizieller DESTATIS-Daten werde dies deutlich. Ein Risikofaktor, der sich in den aktuellen Daten allerdings ebenfalls zeigt, ist das zunehmende politische Importrisiko. Dass deutsche Unternehmen derzeit zunehmend aus autokratischen Staaten importieren, sei eine Entwicklung, aus der kritische Abhängigkeiten entstehen könnten.
4/2026