IHK Wirtschaft online
Nr. 7202478
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IHK-Vollversammlung – „Trotz trüber Stimmung gibt es auch Hoffnungsschimmer“

In der September-Sitzung der IHK-Vollversammlung gab es viel zu besprechen. Neben zahlreich gefassten Beschlüssen gab es bei eher negativ beurteilten Konjunkturaussichten auch viel Positives zu vermelden.
Der Beginn der Sitzung stand jedoch ganz im Zeichen des kommenden Gauß-Jahres: Erstmals wird parallel zum IHK-Technologietransferpreis der Gauß-Preis zu Ehren des 250. Geburtstages von Braunschweigs berühmtestem Mathematiker und Physiker ausgeschrieben. Passend zu diesem Anlass stellte Dr. Jeremias ­Othman, Geschäftsführer des Hauses der Wissenschaft, den anwesenden Vollversammlungsmitgliedern im Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) das über das ganze Jahr verteilte Jubiläumsprogramm vor, das in Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen Mitmachaktionen, Ausstellungen, Shows und Erlebnisse vorsieht.

Lage der Wirtschaft bleibt angespannt

„In unserem IHK-Bezirk ist keine konjunkturelle Trendwende erkennbar“, erklärte IHK-Präsident Tobias Hoffmann gleich zu Beginn seines Berichts, der mit Verweis auf die quartalsweise veröffentlichte Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Braunschweig und Lüneburg/Wolfsburg deutlich wurde. „Unsere Wirtschaft verharrt weiterhin auf einem niedrigen Niveau – und das seit mittlerweile mehr als vier Jahren. Die längste anhaltende Schwächephase bisher“, so Hoffmann. Auch die IHK-Saisonumfrage Tourismus zeige eine mehrheitlich negative Stimmung der Befragten. In dieser Situation müssten Themen wie Bürokratie, Energiekosten und Zölle endlich berücksichtigt werden.
Regional spiele vor allem die Situation rund um Volkswagen und der BRAWO mit hinein, und auch die Salzgitter AG sehe sich nach wie vor mit erheblichen Herausforderungen rund um grünen Stahl konfrontiert.
Und dann der Blick nach Brüssel: In einem Gespräch mit der EU-Abgeordneten Lena Düpont wurden unter anderem der Industrial Accelerator Act, die Reform des ETS I, die EU-Entwaldungsverordnung und die Sicherheitslage intensiv beleuchtet. Sorgen bereiteten jedoch die dort entstehenden Regularien. Trotz Omnibus-Verordnungen seien keine größeren Entlastungen in Sicht; stattdessen kämen neue, herausfordernde Regelwerke hinzu.

Viele positive Nachrichten aus der Region

Trotz der konjunkturellen ­Schwäche gebe es auch positive Signale: Die ­CompositeEdge GmbH ist für innovative Leichtbaulösungen mit dem IHK-Technologietransferpreis ausgezeichnet worden, während Surventis in Langelsheim seine Produktionskapazitäten für Flugzeugdichtmassen erweitert. In Helmstedt sind ebenfalls wichtige Weichen gestellt worden: Der Landkreis und die Stadt Königslutter haben gemeinsam eine Entwicklungsgesellschaft für das geplante Industrie- und Gewerbegebiet am Autobahnkreuz A 2/A 39 gegründet. Geplante neue Rechenzentren in Wolfenbüttel und Peine lassen zudem weitere Investitionen in der Region erwarten. „Sie sehen: Trotz trüber Stimmung gibt es auch Hoffnungsschimmer“, betonte der IHK-Präsident.
Wichtige Impulse für die weitere Entwicklung habe die IHK selbst gesetzt: So wurden Gespräche mit internationalen Partnern über den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und aktuelle Herausforderungen für die Wirtschaft geführt. Als eine der forschungsstärksten Gegenden Europas wolle man ferner das vorhandene Potenzial noch stärker für die Wirtschaft nutzen – unter anderem im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der TU Braunschweig.

Viele Beschlüsse, ein neues Vollversammlungsmitglied und ein Meldeportal

Mit Blick auf das Organisatorische wurde eine personelle Änderung bekanntgegeben: Jens Hohls, Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig mbH, rückte mit sofortiger Wirkung in den Kreis der aktuell 79 Vollversammlungsmitglieder auf.
Zahlreiche Beschlüsse, darunter insbesondere der Jahresabschluss 2025 sowie Änderungen im Kontext der Gebührenordnung, wurden gefasst.
Neben zwei Delegationsreisen nach Japan und Irland kündigte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann auch die stärkere Implementierung von Künstlicher Intelligenz in die Arbeit der IHK an. Darüber hinaus wurde das Meldeportal Netzengpässe der IHK Niedersachsen vorgestellt: Verzögerte oder verhinderte Investitionen infolge fehlender Netzkapazitäten können unter www.ihk.de/braunschweig/meldeportalnetzengpaesse gemeldet werden.
7/2026