IHK Wirtschaft online
Nr. 7161178
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Ohne Wirtschaft keine Gesamtverteidigung – „Sicherheit und Verteidigung“ bei der Übung CIMIC QUADRIGA in Nienburg

Wenn es um die Landes- und Bündnisverteidigung geht, steht meist die Bundeswehr im Mittelpunkt. Doch eines wird dabei häufig unterschätzt: Ohne die Wirtschaft ist die Gesamtverteidigung nicht leistungsfähig.
Im Ernstfall müssen alliierte Truppen durch Deutschland verlegt, Kraftstoff und Verpflegung bereitgestellt, Unterkünfte organisiert und Material transportiert werden. Gleichzeitig ist mit Angriffen auf kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Verkehrswege oder Kommunikationsnetze zu rechnen. Die Widerstandsfähigkeit unseres Landes hängt deshalb maßgeblich auch von funktionierenden Unternehmen und belastbaren Lieferketten ab.
Genau dieses Zusammenspiel wurde bei der Übung „CIMIC QUADRIGA“ von Mitte bis Ende Juni in Niedersachsen trainiert. Gemeinsam mit NATO-Partnern, Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz und weiteren zivilen Akteuren übte die Bundeswehr die Zusammenarbeit im Krisen- und Verteidigungsfall.
Mit dabei: Mitglieder des Arbeitskreises „Sicherheit und Verteidigung“ der IHK Niedersachsen (IHKN). Beim Besuchertag in der Clausewitz-Kaserne in Nienburg erhielten sie einen umfassenden Einblick in die Strukturen und Abläufe der zivil-militärischen Zusammenarbeit – und damit in die Anforderungen, die in außergewöhnlichen Lagen auch auf die Wirtschaft zukommen können.
Für die Industrie- und Handelskammern ist das Thema von wachsender Bedeutung. Die Kammern verstehen sich als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsakteuren. Sie tragen dazu bei, Unternehmen frühzeitig zu sensibilisieren, Informationen zu bündeln und Netzwerke aufzubauen, die im Krisenfall von entscheidender Bedeutung sein können.
Die Teilnahme hat gezeigt: Krisenvorsorge und Resilienz sind keine abstrakten sicherheitspolitischen Begriffe, sondern konkrete Standortfaktoren. Unternehmen müssen wissen, welche Rolle sie im Ernstfall einnehmen können und welche Erwartungen an sie gestellt werden. Die enge Verzahnung von Wirtschaft und Sicherheitsstrukturen wird deshalb weiter an Bedeutung gewinnen. Die IHK Niedersachsen wird diesen Dialog aktiv begleiten – damit die Wirtschaft nicht erst im Krisenfall Teil der Sicherheitsarchitektur wird, sondern bereits heute ihren Beitrag zu einer resilienten und handlungsfähigen Gesellschaft leisten kann.
6/2026