IHK Wirtschaft online
Nr. 7114412
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Regionaler Wirtschaftsausschuss Wolfenbüttel – Innenstadt­entwicklung im Fokus

Eine attraktive und belebte Innenstadt mit vielfältigen Nutzungen aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungen, abwechslungsreichen Freizeitangeboten, kulturellen Highlights und Festveranstaltungen ist von größtmöglicher Bedeutung für den Tourismus und als Standortfaktor für die Wirtschaftsentwicklung unerlässlich. Die Stadt Wolfenbüttel, so waren sich die Teilnehmenden der fünften Sitzung des Regionalen Wirtschaftsausschusses Wolfenbüttel sicher, biete in diesem Rahmen mit ihrer historischen Bausubstanz ein enormes Potenzial und sei daher auch bei Übernachtungsreisenden, Tagesausflüglern sowie Kundinnen und Kunden sehr beliebt.
IHK-Vizepräsident und Ausschussvorsitzender Holger Bormann eröffnete die Sitzung im WOW! Wissensort Wolfenbüttel und erklärte gleich zu Beginn, dass die beliebte Wolfenbütteler Innenstadt in ihrer Einzigartigkeit von großer Bedeutung für die Identitätsstiftung der dort lebenden Menschen sei. Nicht ohne Grund wäre Wolfenbüttel das Wohnzimmer der Region.
Was es in der Innenstadt braucht, sind Menschen mit Engagement und Herz.
Die Bedeutungszunahme des Onlinehandels zeige allerdings auch seit Jahren Auswirkungen für den Einzelhandel vor Ort. Daher haben Politik und Verwaltung in den letzten Jahren viele Investitionen in bauliche Aufwertungsmaßnahmen sowie Projekte der Wirtschaftsförderung und in der Tourismusentwicklung getätigt, um die Innenstadt insgesamt zukunftsfähig aufzustellen, wie auch Wolfenbüttels Wirtschaftsförderin Kira Jahnke und Citymanager Andre Volke in ihrem Vortrag „Von Leerstand zu Lebensraum: Impulse und Maßnahmen für Wolfenbüttels Innenstadt“ verdeutlichten.

Wolfenbüttel steht gut da

Die bauliche Neugestaltung der Wolfenbütteler Fußgängerzone hätte zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung geführt. Die steigenden Anforderungen an die Erlebnisqualität in den Innenstädten würden in der Lessingstadt unter anderem durch Maifest, Weinfest und weiteren Highlight-Veranstaltungen erfüllt. Unterstützung bietet die Stadt zum Beispiel auch durch eine kommunale Ansiedlungs- und Investitionsförderung für Einzelhandel und Gastronomie, einem besonderen Förderangebot zur Aufwertung des Ambientes der Außengastronomie, dem „Laden auf Zeit“ und dem Wolfenbüttel-Gutschein.
Als zukünftige Handlungsfelder der kommunalen Wirtschaftsförderung werden die Professionalisierung des Leerstandsmanagements, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in weiteren Teilbereichen der Innenstadt, die Stärkung der Nutzungsmischung, der Ausbau des Netzwerkmanagements zwischen allen Innenstadtakteuren und die Einführung eines datenbasierten Standortmanagements identifiziert.

Lokale Verbundenheit stärkt Zentren

Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem der Vortrag von Isabel Fetscher, die am Beispiel der Ferienwohnung „Drei Linden“ aufzeigte, wie leerstehende und meist denkmalgeschützte Immobilien in der Wolfenbütteler Innenstadt nachgenutzt werden können. Gemeinsam mit ihren Eltern besitzt Isabel Fetscher zwölf Immobilien mit insgesamt 40 Ferienwohnungen in Wolfenbüttel, die bestens ausgelastet seien. Die Vermietung erfolge vorwiegend online an Touristen, Geschäftsreisende, Monteure und Gäste der ambulanten Hilfe.
Mit herausragendem Engagement, umfassenden Sanierungsmaßnahmen und modernen Wohneinrichtungen in Verbindung mit ansprechend aufbereiteten (Dekorations-)Elementen der Altbausubstanz entstehe in den Wohnräumen eine besondere Atmosphäre, die kein klassisches Hotelzimmer bieten könne. Auf diese Weise leiste Familie Fetscher einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Innenstadtentwicklung, die bei den Teilnehmenden der Ausschusssitzung eine sehr hohe Anerkennung fand. Bei einem anschließenden von ­Andre Volke geführten Rundgang durch die neu gestaltete Wolfenbütteler Innenstadt konnte sogar eine Immobilie besichtigt werden. Kira Jahnke konkludierte zu Recht: „Was es in der Innenstadt braucht, sind Menschen mit Engagement und Herz.“
5/2026