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Validierungsverfahren – Potenziale erkennen und Fachkräfte sichern
Rund 4,4 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten ohne anerkannten Berufsabschluss, obwohl sie Betriebsabläufe kennen, Probleme lösen und in ihrer Firma unverzichtbar sind. Trotzdem bleiben ihre Kompetenzen oft unerkannt. Vor diesem Hintergrund und dem zunehmenden Fachkräftemangel fragen sich sowohl Mitarbeitende als auch Unternehmen: Welche Möglichkeiten existieren, um das Know-how sichtbar zu machen?
Die Teilnehmenden der ersten Prüferschulung für das Validierungsverfahren (v. l. n. r.): Daniela Rümmler, Adrian Hamann, Harald Meyer-Kirk, Jürgen Sebulke, Roland Gerstler und Jens Jagdmann.
Die Antwort liefert das Validierungsverfahren der IHK Braunschweig: Es macht Fähigkeiten durch eine offizielle Bescheinigung sichtbar und eröffnet so Chancen für Betriebe und Mitarbeitende. Das Verfahren prüft die berufliche Handlungskompetenz anhand praxisnaher Aufgaben und orientiert sich dabei nah am Ausbildungsrahmenplan. Firmen erkennen so, welche Fähigkeiten ihre Mitarbeitenden besitzen und inwieweit diese den Anforderungen eines anerkannten Ausbildungsberufs entsprechen. Das Angebot richtet sich an Erwachsene über 25 Jahre, die keinen formalen Berufsabschluss in ihrem ausgeübten Beruf haben, aber langjährige Berufserfahrung mitbringen. Für Menschen mit starker Behinderung gelten Sonderregelungen, wie beispielsweise die Aufhebung der Altersgrenze.
Das Verfahren ist gesetzlich verankert und standardisiert. Praxisbeispiele aus Firmen, wie zum Beispiel die der Wentronic GmbH, zeigen, wie Anerkennung Motivation, Bindung und Karrierechancen stärkt und zugleich die Unternehmensentwicklung unterstützt.
Das Verfahren ist gesetzlich verankert und standardisiert. Praxisbeispiele aus Firmen, wie zum Beispiel die der Wentronic GmbH, zeigen, wie Anerkennung Motivation, Bindung und Karrierechancen stärkt und zugleich die Unternehmensentwicklung unterstützt.
Vom Lagermitarbeiter zum stellvertretenden Teamleiter – Validierung eröffnet Chancen
Im IHK-Podcast „Fachkräftesicherung mit Validierungen: ‚Da hat man was in der Hand!‘ “ gewährt der Braunschweiger Elektronik-Zubehör Großhändler erstmals Einblicke und schildert dabei die gewonnenen Erfahrungen mit dem Validierungsverfahren. Der derzeit stellvertretende Teamleiter im Wareneingang, Sascha Börries, rekapituliert gemeinsam mit seinem Vorgesetzten René Reif seine ganz eigene Geschichte: Zunächst als Lagermitarbeiter aktiv, ließ er bereits vorhandene Kompetenzen offiziell anerkennen und erhielt neben einem gestärkten Selbstbewusstsein auch eine neue berufliche Perspektive.
Schon vor einigen Jahren bot Wentronic Börries einen Ausbildungsplatz an, den er jedoch nicht annahm. Auch die Vorstellung, eine externe Prüfung abzulegen, wirkte zunächst abschreckend. Trotz jahrelanger Erfahrung erschien die Vorbereitung zu umfangreich. Doch dann kam das Validierungsverfahren ins Spiel. „Was passiert, wenn es nicht funktioniert?“, lauteten die anfänglichen Zweifel. Doch Börries erkannte schnell, dass er nur gewinnen kann. Nach erfolgreicher Teilnahme erhielt er einen entsprechenden Nachweis und fungiert nun als stellvertretender Teamleiter. Auch aus Sicht von René Reif liegen die Vorteile auf der Hand: Quereinsteigende lassen sich präziser einschätzen, Fähigkeiten werden verlässlicher bewertet, Motivation und Bindung der Mitarbeitenden steigen. Vor allem langjährige Mitarbeitende profitieren von der Kompetenzanerkennung.
Schon vor einigen Jahren bot Wentronic Börries einen Ausbildungsplatz an, den er jedoch nicht annahm. Auch die Vorstellung, eine externe Prüfung abzulegen, wirkte zunächst abschreckend. Trotz jahrelanger Erfahrung erschien die Vorbereitung zu umfangreich. Doch dann kam das Validierungsverfahren ins Spiel. „Was passiert, wenn es nicht funktioniert?“, lauteten die anfänglichen Zweifel. Doch Börries erkannte schnell, dass er nur gewinnen kann. Nach erfolgreicher Teilnahme erhielt er einen entsprechenden Nachweis und fungiert nun als stellvertretender Teamleiter. Auch aus Sicht von René Reif liegen die Vorteile auf der Hand: Quereinsteigende lassen sich präziser einschätzen, Fähigkeiten werden verlässlicher bewertet, Motivation und Bindung der Mitarbeitenden steigen. Vor allem langjährige Mitarbeitende profitieren von der Kompetenzanerkennung.
Vom Projekt zur gesetzlichen Verankerung
Das Validierungsverfahren wurde im Rahmen eines bundesweiten Projekts zwischen 2015 und 2024 erprobt und konnte sich in der Praxis bewähren. Bei der IHK Braunschweig wurden von 2019 bis 2024 insgesamt 110 Verfahren abgeschlossen. Mit der gesetzlichen Verankerung im August 2024 gehört das Verfahren ab 2025 zum festen Leistungsangebot der IHK. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind seit Ende 2025 geregelt: Neben dem eigenen Kammerbezirk übernimmt die IHK Braunschweig auch die Validierung für Wolfsburg sowie die Landkreise Celle und Gifhorn. Ein erprobtes, rechtssicheres und standardisiertes Instrument steht den Unternehmen damit zur Verfügung.
Dr. Kirsten van Elten, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Beruf und Bildung, begrüßt diesen Schritt und betont den Mehrwert sowohl für Betriebe als auch für Teilnehmende: „Die gesetzliche Verankerung des Validierungsverfahrens ist ein Meilenstein, um berufliche Kompetenzen sichtbar und anerkannt zu machen. Für Unternehmen bietet es ein verlässliches Instrument, um Potenziale im eigenen Haus gezielt zu nutzen, Mitarbeitende nachhaltig zu fördern und langfristig zu binden. Gleichzeitig eröffnet es den Teilnehmenden auch neue Perspektiven, stärkt Motivation, fördert Wertschätzung, und unterstützt die berufliche Integration – und dient damit auch der Fachkräftesicherung in unserer Region. Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern einen echten Mehrwert bieten können.“
Dr. Kirsten van Elten, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Beruf und Bildung, begrüßt diesen Schritt und betont den Mehrwert sowohl für Betriebe als auch für Teilnehmende: „Die gesetzliche Verankerung des Validierungsverfahrens ist ein Meilenstein, um berufliche Kompetenzen sichtbar und anerkannt zu machen. Für Unternehmen bietet es ein verlässliches Instrument, um Potenziale im eigenen Haus gezielt zu nutzen, Mitarbeitende nachhaltig zu fördern und langfristig zu binden. Gleichzeitig eröffnet es den Teilnehmenden auch neue Perspektiven, stärkt Motivation, fördert Wertschätzung, und unterstützt die berufliche Integration – und dient damit auch der Fachkräftesicherung in unserer Region. Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern einen echten Mehrwert bieten können.“
Neuerungen durch gesetzliche Implementierung
Die Kosten tragen die Antragstellenden oder das Unternehmen; in Einzelfällen kann die Agentur für Arbeit diese übernehmen. Bei vollständiger Vergleichbarkeit erhalten Antragstellende ein Zeugnis statt eines Bescheids. Bei überwiegender oder teilweiser Vergleichbarkeit wird weiterhin ein Bescheid ausgestellt. Für Menschen mit Behinderung, deren Beeinträchtigung die berufliche Handlungsfähigkeit stark einschränkt, ist eine teilweise Validierung möglich.
Werden Sie Prüferin oder Prüfer im Validierungsverfahren!
Für das Validierungsverfahren sind erfahrene Fachkräfte aus der Praxis unverzichtbar. Die IHK Braunschweig lädt daher engagierte Prüferinnen und Prüfer ein, sich dieser wichtigen und vor allem spannenden Aufgabe zu widmen und Teilnehmende während des Verfahrens zu begleiten. Erste Schulungen fanden bereits im Dezember 2025 statt, weitere sind für 2026 geplant.
Sie möchten wissen, wie ungesichertes Know-how im Unternehmen genutzt werden kann? Oder möchten Sie sich als Prüferin oder Prüfer im Validierungsverfahren engagieren? Für eine persönliche Beratung und weitere Auskünfte wenden Sie sich gerne an:
Daniela Rümmler, daniela.ruemmler@braunschweig.ihk.de,
Tel.: 0531 4715-247
Daniela Rümmler, daniela.ruemmler@braunschweig.ihk.de,
Tel.: 0531 4715-247
René Reif
Unseren Podcast „Fachkräftesicherung mit Validierungen: ‚Da hat man was in der Hand!‘ “ mit René Reif, Sascha Börries sowie den IHK-Expertinnen
Dr. Christina Schlegl und Noemí Rodríguez López finden Sie unter:
www.ihk.de/braunschweig/ihkpodcast.
Dr. Christina Schlegl und Noemí Rodríguez López finden Sie unter:
www.ihk.de/braunschweig/ihkpodcast.
Kontakt
Daniela Rümmler
