16.12.2022

Deutsche Auslandsunternehmen trotzen dem Abwärtstrend der Weltkonjunktur

Region Bodensee-Oberschwaben: 
Die international aktiven deutschen Unternehmen spüren überall die sich verschlechternde Weltkonjunktur. Während sich die Zukunftserwartungen in Europa zunehmend eintrüben, bieten andere Regionen Anlass zu mehr Optimismus, zeigt aktuell eine Umfrage der deutschen Auslandshandelskammern (AHK).
Die Weltwirtschaft steht aus Sicht der international tätigen deutschen Unternehmen vor einem frostigen Winter. Hauptgründe sind die ökonomischen Konsequenzen des russischen Kriegs gegen die Ukraine sowie der chinesischen Null-Covid-Politik. Die international aktiven Unternehmen spüren in nahezu jedem Winkel der Erde große Herausforderungen in ihrem geschäftlichen Umfeld. Doch die wirtschaftlichen Perspektiven sind in vielen Regionen nicht so pessimistisch wie in Deutschland und Europa. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des AHK World Business Outlooks.
Knapp jedes zweite befragte Unternehmen (47 Prozent) rechnet demnach mit einem konjunkturellen Abschwung an seinem jeweiligen Standort. Lediglich im Frühjahr 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, gingen mehr Unternehmen (65 Prozent) von einer wirtschaftlichen Eintrübung aus. Demgegenüber erwarten nur noch 17 Prozent (Frühjahr: 21 Prozent), dass sich die Konjunktur in ihrem Gastland in den nächsten zwölf Monaten verbessern wird. Während sich die Perspektiven vor allem in Europa verschlechtern, sind Unternehmen im Asien-Pazifik-Raum (ohne China), in Afrika, Nah- und Mittelost, sowie Süd-, Mittel- und Nordamerika optimistischer. 
Doch auch dort spüren die Unternehmen den sich abzeichnenden weltweiten Abschwung teilweise deutlich. Dabei entwickeln sich China und die restlichen Länder im asiatisch-pazifischen Raum durchaus unterschiedlich. Im Durchschnitt rechnen 22 Prozent der Unternehmen im Asien-Pazifik-Raum (ohne Greater China) mit einer stärkeren Wirtschaftsentwicklung. In China gehen lediglich 14 Prozent der Unternehmen von einem Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten aus.
Auch wenn die Lage global nicht einheitlich ist, mehren sich unter den auslandsaktiven deutschen Unternehmen insgesamt die Sorgenfalten. „Die aktuellen Krisen sind vielfältig und in ihren Auswirkungen nur schwer abzuschätzen“, so der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Unsere Unternehmen melden uns Sorgen, die sie angesichts der geopolitischen Entwicklungen, eines fortschreitenden Decouplings und einer drohenden Rezession der Weltwirtschaft haben.“ Als zentrale Risiken für die Entwicklung der eigenen Geschäfte werden Störungen in den Lieferketten, hohe Rohstoffpreise und Energiepreise sowie eine nachlassende Nachfrage genannt.
Hintergrund-Info: 
Der AHK World Business Outlook basiert auf einer regelmäßigen Umfrage des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bei den Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs).
Dabei geben die im Ausland aktiven deutschen Unternehmen eine unmittelbare Einschätzung der eigenen Geschäftsaussichten beziehungsweise der konjunkturellen Entwicklung vor Ort ab. Die Investitions- und Beschäftigungspläne der Betriebe werden in der Umfrage ebenso abgefragt wie die größten Risikofaktoren aus Sicht der Unternehmen.
Im Herbst 2022 erfasst die Erhebung die Rückmeldungen von weltweit mehr als 3.100 deutschen Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Unternehmen mit engem Deutschlandbezug. Der Umfragezeitraum lief vom 4. bis zum 23. Oktober 2022.
Eine umfangreiche Zusammenstellung der IHK Bodensee-Oberschwaben zu internationalen Wirtschaftsthemen findet sich hier.
Die aktuelle Auswertung des AHK World Business Outlook steht hier zum Download bereit, die Sonderauswertung zur Volksrepublik China und dem Asien-Pazifik Raum findet sich  hier.