Ruhrlagebericht 2026: Unternehmen rechnen mit zaghafter Besserung der Geschäftslage
Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet hat sich weiter verschlechtert: Laut aktueller Konjunkturumfrage der IHK Mittleres Ruhrgebiet berichtet mittlerweile weniger als jedes fünfte Unternehmen von einer guten Geschäftslage. Gleichzeitig rechnet ein Fünftel der Unternehmen mit einer Besserung im laufenden Jahr. Eine Erholung der Geschäftslage ist vor allem in der Industrie und im Handel zu spüren, während sich die Stimmung unter der Dienstleistungsbranche abschwächt.
Vor allem energieintensive Betriebe beklagen die weiterhin hohen Kosten für Energie.
Zentrale Ergebnisse der Umfrage zu Jahresbeginn 2026:
- Konjunkturklima: Erholung vor allem in der Industrie und im Handel. Bei den Dienstleistern verschlechtert sich die Stimmung weiter.
- Risiken: Inlandsnachfrage und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen bleiben auch zu Jahresbeginn die größten Sorgen. Fachkräftemangel verliert im Jahresvergleich deutlich an Bedeutung.
- Beschäftigung & Export: Deutlich mehr Unternehmen erwarten mehr Beschäftigung. Die Exporterwartungen sind stark eingebrochen – 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit Rückgängen.
- Auslandsnachfrage & Finanzierung: Diese beiden Risiken gewinnen deutlich an Bedeutung.
- Investitionen: Mehr als jedes zweite Unternehmen erwartet gleichbleibende Investitionsausgaben. Gleichzeitig steigt die Zahl der Unternehmen, die wieder mehr investieren möchten.
- Gewerbeflächen: Nur rund zwei Drittel der Unternehmen verfügen über ausreichend Gewerbeflächen; etwa jedes dritte Unternehmen sieht Erweiterungsbedarf. Vor allem Bochumer und Wittener Unternehmen stufen die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen als knapp ein.
- Verteidigungsindustrie: Nur etwa jeder zehnte Dienstleister und jedes zehnte Industrieunternehmen sieht in der Verteidigungsindustrie einen interessanten Markt.
„Noch immer ist ein klares Signal aus Berlin ausgeblieben, um der Wirtschaft den nötigen Schwung zu verleihen.”
IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Bergmann betont: „Noch immer ist ein klares Signal aus Berlin ausgeblieben, um der Wirtschaft den nötigen Schwung zu verleihen.” Trotzdem freue ihn, dass zahlreiche Unternehmen wieder positiver in die Zukunft schauen. „Damit das auch so bleibt, müssen zentrale Herausforderungen konsequent angepackt werden. Dazu zählen klare Strategien mit Blick auf die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur sowie der Digitalisierung in der Verwaltung. „Nur so können Unternehmen auch mit schnelleren Antrags- und Genehmigungsverfahren rechnen, die essenziell für mehr Investitionen in den Wirtschaftsstandort sind.“
