Studie: Kameraeinsatz im Einzelhandel
Ladendiebstahl stellt für viele Handelsunternehmen eine wachsende Herausforderung dar. Die Zahl der betroffenen Betriebe ist hoch - und die finanziellen sowie personellen Auswirkungen sind deutlich spürbar.
Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts ibi research und der DIHK zeigt Grenzen und Chancen der Prävention und bündelt die Erwartungen an Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden. Die Untersuchung wurde im Zeitraum vom September 2025 bis Januar 2026 durchgeführt und gibt damit einen aktuellen Einblick in die Situation im Handel.
Ladendiebstahl stellt für viele Handelsunternehmen eine wachsende Herausforderung dar. Die Zahl der betroffenen Betriebe ist hoch - und die finanziellen sowie personellen Auswirkungen sind deutlich spürbar. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Unternehmen, wirksame und zugleich praktikable Lösungen zu finden.
Der Einsatz von Kameras im Einzelhandel ist seit Jahren etabliert. Neu ist jedoch wie stark Unternehmen inzwischen auf intelligente, KI-gestützte Systeme setzen. Insbesondere Kameraüberwachung in Kombination mit künstlicher Intelligenz bietet neue Möglichkeiten, Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.
In der Praxis bleibt dieses Potenzial jedoch häufig ungenutzt. Der Grund liegt weniger in der Technologie selbst, sondern vielmehr in Unsicherheiten bei der Anwendung und fehlender Klarheit über die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Die Studie verdeutlicht den politischen Handlungsbedarf:
Handelsunternehmen fühlen sich beim Thema Ladendiebstahl häufig nicht ausreichend unterstützt, während notwendige Schutzmaßnahmen durch bürokratische Vorgaben erschwert werden.
Zentrale Erwartungen des Handels an Gesetzgeber und Behörden lassen sich auf Grundlage der Untersuchung so bündeln:
- Praxistaugliche und einheitliche Datenschutzvorgaben
Unternehmen wünschen sich klare, bundesweit und europäisch konsistente Regeln für Speicherdauern, Außenüberwachung, den Umgang mit Risikobereichen und für KI-gestützte Videoanalyse. Ziel ist kein "Weniger" an Datenschutz, sondern mehr Anwendungssicherheit.
- Rechtssicherheit für typische Risikozonen
Kassenbereiche, Eingänge, Wareneingang oder Parkplätze sind in der Praxis zentrale Schauplätze von Diebstählen und Übergriffen. Die heutige Rechtslage ermöglicht dort nicht immer den Kameraeinsatz, den Unternehmen für notwendig halten. Die DIHK adressiert diese Diskrepanz im Dialog mit Politik und Aufsicht.
- Klare Perspektiven für KI-Systeme
Handelsunternehmen sehen Potenzial, verdächtige Muster früher zu erkennen und Wiederholungstäterinnen und -täter besser zu identifizieren, ohne flächendeckende Überwachung zu etablieren. Sie fordern testbare Rechtsmodelle, definierte Pilotprojekte und klare Grenzen statt einer faktischen Blockade.
- Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen
Besonders kleinere Betriebe haben Schwierigkeiten, technische Angebote zu bewerten und datenschutzkonforme Systeme zu implementieren. Gefordert werden neutrale Beratungsangebote, verständliche Leitfäden, geprüfte Standards und Zugang zu vertrauenswürdigen Lösungen.
- Sachliche öffentliche Kommunikation
Viele Unternehmen erleben, dass die öffentliche Debatte den Fokus stark auf Risiken legt. Sie wünschen sich eine faktenbasierte Kommunikation, die sowohl die Schutzfunktion von Kameras als auch die Bedeutung von Grundrechten abbildet – anstatt den Eindruck zu vermitteln, Datenschutz und Sicherheit stünden grundsätzlich gegeneinander.
