Zertifikatslehrgang

Betriebliche/r Datenschutzbeauftragte/r (IHK)

Datenschutz ist längst mehr als eine gesetzliche Pflicht – er ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, der zunehmende Einsatz cloudbasierter Anwendungen und die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz stellen Unternehmen vor immer neue Herausforderungen beim Umgang mit personenbezogenen Daten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und anderer datenschutzrechtlicher Vorschriften.
Betriebliche Datenschutzbeauftragte übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie unterstützen die Unternehmensleitung bei der Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen, koordinieren Datenschutzmaßnahmen, sensibilisieren Mitarbeitende und wirken darauf hin, dass Datenschutz bereits bei der Planung und Einführung neuer Prozesse, Anwendungen und Technologien berücksichtigt wird. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit, zum Schutz sensibler Daten und zur Stärkung des Vertrauens von Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern.
Der IHK-Zertifikatslehrgang „Betriebliche/r Datenschutzbeauftragte/r (IHK)“ vermittelt das notwendige Fachwissen für die Wahrnehmung dieser verantwortungsvollen Aufgabe. In den ersten drei Lehrgangstagen erwerben die Teilnehmenden fundierte Kenntnisse zu den rechtlichen Grundlagen des Datenschutzes, den Anforderungen der DSGVO sowie den Aufgaben und Pflichten eines Datenschutzbeauftragten. Anhand praxisnaher Beispiele lernen sie, Datenschutz im Unternehmensalltag rechtssicher umzusetzen und aktuelle Entwicklungen – beispielsweise den Einsatz von KI-Systemen – datenschutzkonform zu bewerten.
Die weiteren drei Lehrgangstage widmen sich der technischen und organisatorischen Umsetzung des Datenschutzes. Im Fokus stehen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen (TOM), die sichere Gestaltung von IT-Systemen und Geschäftsprozessen sowie die praktische Umsetzung eines wirksamen Datenschutzmanagements. So erhalten die Teilnehmenden das notwendige Rüstzeug, um Datenschutz im Unternehmen ganzheitlich und praxisorientiert zu gestalten.

Aus dem Inhalt:

  • Grundlagen des Datenschutzrechts und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Zentrale Begriffe, Prinzipien und Rechtsgrundlagen des Datenschutzes
  • Rechtssichere Gestaltung und Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen
  • Aufgaben, Rechte und Pflichten des betrieblichen Datenschutzbeauftragten
  • Aufbau und Umsetzung eines wirksamen Datenschutzmanagementsystems
  • Erstellung und Pflege von Verzeichnissen der Verarbeitungstätigkeiten
  • Planung und Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen (TOM)
  • Umgang mit Datenschutzvorfällen und Meldepflichten
  • Datenschutzkonforme Auftragsverarbeitung und Zusammenarbeit mit Dienstleistern
  • Arbeitnehmerdatenschutz und datenschutzrechtliche Fragestellungen im Personalbereich
  • Internationale Datenübermittlungen und Datentransfers in Drittländer
  • Betroffenenrechte sowie Haftungs-, Schadensersatz- und Bußgeldrisiken
  • Datenschutzrechtliche Anforderungen an Scoring-Verfahren
  • Grundlagen der Künstlichen Intelligenz (KI) und deren rechtliche Rahmenbedingungen
  • Datenschutzkonformer Einsatz von KI-Systemen im Unternehmen
  • Risiken der KI-Nutzung und geeignete Schutzmaßnahmen
  • Handlungssicherheit bei Cyberangriffen und Datenschutzverletzungen
  • Erfolgreicher Einstieg in die Rolle des Datenschutzbeauftragten
Technischer und organisatorischer Schwerpunkt:
  • Zusammenspiel von Datenschutz und Informationstechnik
  • Technische Aufgaben des Datenschutzbeauftragten
  • Grundlagen und Praxis der IT-Sicherheit
  • Datenschutzfreundliche Gestaltung von IT-Systemen und Prozessen
  • Technische Anforderungen an Auftragsverarbeitung und externe Dienstleister
  • Praxisnahe Umsetzung von Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmen

Referenten:

RA Götz Sommer
Detlef Wydra