Spandau

Zahlen und Fakten zur Wirtschaft in Spandau

223.724 Einwohner leben im Bezirk Spandau auf einer Gebietsfläche von 9.191 ha. Davon sind 1.001 ha Erholungsflächen. Mit 24 Einwohnern je ha ist der Bezirk im eher dünn besiedelt. Der Ausländeranteil beträgt 12,9 %. Das mittlere monatliche Einkommen liegt bei rund 1500 € und damit etwas über dem Durchschnitt in Berlin.
Wirtschaftsstruktur
Traditionell industriell geprägt, verfügt Spandau über eine große Gewerbeflächenreserve. In Siemensstadt liegen die Wurzeln des heutigen Weltkonzerns Siemens AG. Neben diesem bedeutenden Unternehmen sind weitere große und interessante Unternehmen in Spandau anzutreffen, die im nach wie vor größten Industriebezirk Berlins produzieren (nicht abschließend, nur beispielhaft genannt): BMW - Sparte Motorrad, Siemens, Osram, Dr. Mann Pharma, Coffea Kaffee GmbH, WILD Flavors Berlin und Contag. Wie in der gesamten Region ist allerdings auch im Bezirk seit der Wiedervereinigung die Bedeutung der Industrie gesunken: 2007 zählte das Verarbeitende Gewerbe (Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigte) im Bezirk noch 64 Betriebe mit 16.691 Beschäftigten. Das mittlere monatliche netto Einkommen betrug in Spandau 925 Euro (Stand Oktober 2010)
Der Flächenbedarf der Industrie ist infolgedessen kontinuierlich zurückgegangen. Traditionell industriell geprägt, verfügt Spandau über eine große Gewerbeflächenreserve in wirtschaftlich günstiger Lage. Die Gewerbestruktur wandelt sich aber zur Zeit, hin zu modernen Dienstleistungs- und modernen Innovationsunternehmen. Entsprechende Unternehmen finden in Spandau inzwischen ein attraktives und kooperatives Umfeld.
Anfang Juli 2012 gehörten 12.461 Gewerbetreibende aus Spandau der IHK Berlin an.
Verkehr
Der westlichste Bezirk Berlins erstreckt sich im wesentlichen links der Havel und stellt wirtschaftsgeografisch vor allem ein Achsenkreuz verschiedenster Verkehrssysteme dar. Im Westen an den Berliner Ring angrenzend mit direkten Autobahnverbindungen nach Magdeburg, Hannover und Hamburg, liegt Spandau zugleich im unmittelbaren Einzugsbereich des Güterverteilzentrums Wustermark. Der gesamte westlich orientierte Güteraustausch wickelt sich über die drei großen Verkehrsachsen Heerstraße, Ruhlebener Straße und Nonnendammallee ab. Entlang dieser Achsen entwickeln sich die bedeutendsten Gewerbegebiete Spandaus, Wirtschaftsstandorte von überregionaler Bedeutung. Seit dem Ausbau der Spandauer Havelschleuse liegt hier auch einer der Hauptknotenpunkte der mitteleuropäischen Wasserwege. Der Ausbau der Berliner Stadtbahn hat Spandau auch seine Bedeutung als Westbahnhof Berlins für die Hauptstrecken zum Seehafen Hamburg und den Hauptstädten Magdeburg und Hannover zurückgegeben. Das neue Bahnhofszentrum unterstreicht die wachsende Bedeutung der Spandauer Altstadt als Berliner Unterzentrum mit direkter Nahverkehrsanbindung.
Einzelhandel
Der Einzelhandel hat in der Altstadt ein ausgeprägtes Zentrum, zahlreiche Großhandelsunternehmen haben sich entlang der Fernbahnverbindung angesiedelt. Verändert haben sich die Spandauer Einkaufsstraßen. Die Altstadt Spandau macht einen Strukturwandel durch: Eine Reihe von Fachgeschäften musste schließen, Billigläden sind nachgerückt. Dadurch konnte weitgehend Leerstand vermieden werden. Das gastronomische Angebot ist erweitert worden. Hier liegt eine Chance, die Altstadt als „Kulisse” für Gastronomie, aber auch für den Einzelhandel zu nutzen. Die südliche Altstadt profitiert etwas von den Spandau Arkaden, einem Einkaufszentrum direkt neben dem S- und Fernbahnhof Spandau. In den letzten Jahren sind eine Reihe von Fachmarktzentren entstanden, wie z.B. an der Charlottenburger Chaussee. Neu hinzugekommen ist im Frühjahr 2010 der Siemensstadt-Park an der Nonnendammallee.
Tourismus
Mit ihrer Lage an der Havel, der historischen Altstadt und der Zitadelle (die besterhaltene Anlage aus der Zeit der Renaissance) will Spandau versuchen mehr von den knapp 6 Millionen Berlin-Besuchern (13 Millionen Übernachtungen) in die Havelstadt zu locken. Hierzu wird die Zitadelle in den Mittelpunkt der Tourismuswerbung gestellt und mit dem Slogan „Zitadellenstadt Spandau” geworben. Ein Tourismuskonzept für den Bezirk wurde von der Marketinggesellschaft „Partner für Spandau” entwickelt. Eine Internetseite in Deutsch und Englisch ( www.spandau-live.de) informiert über Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten, Hotels und Gastronomie. Ein zweisprachiger Touristenführer (Auflage 100.000 Stück) und demnächst ein Shopping-Guide vervollständigen die Touristen-Informationen.