IHK Berlin
Resilienz für kleine Unternehmen und KMU: Cybersicherheit, Blackout-Vorsorge und Krisenmanagement
Einzel- und Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten machen einen erheblichen Teil der Berliner Wirtschaft aus. Im Arbeitsalltag bleiben Themen wie Unternehmenssicherheit, Krisenvorsorge und Cybersicherheit jedoch häufig auf der Strecke. Gerade für kleine Unternehmen, KMU und Soloselbstständige ist es in der aktuellen Weltlage entscheidend, die eigene Resilienz zu stärken. Dieser Beitrag bietet Ihnen einen kompakten Überblick über zentrale Maßnahmen und Angebote in diesem Bereich – teilweise auch relevant für größere KMU, jedoch mit Fokus auf kleine Betriebe und Soloselbstständige.
Cybersicherheit für kleine Unternehmen und KMU verbessern
Ein erster Einstieg in das Thema Cyber- und Informationssicherheit fällt aufgrund seiner Komplexität oft schwer. Die Transferstelle Cybersicherheit Mittelstand bietet hierzu eine erste Einstiegshilfe an. Die sehr zugänglichen Broschüren, Lernvideos und interaktiven Selbstlernformate vermitteln Ihnen die wichtigsten Grundbegriffe der IT-Sicherheit und zeigen auf, welche Gefahren Ihrem Unternehmen bei einem unzureichenden Schutz drohen.
Nachdem Sie sich einen ersten Überblick verschafft haben, empfiehlt es sich zu prüfen, inwieweit Ihr aktueller Schutz ausreicht und wo gegebenenfalls noch Nachholbedarf besteht. Hierzu hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Handbuch „Cybersicherheit für KMU“ mit 14 Fragen entwickelt, anhand derer Sie den aktuellen Schutzstatus Ihres Unternehmens prüfen können.
Sobald Sie einen ersten Eindruck von Ihrem Schutzniveau gewonnen haben und gegebenenfalls weitere Fragen identifiziert haben, bietet es sich an, ein Beratungsgespräch mit Fachexperten zu vereinbaren. Hierzu können Sie beispielsweise das kostenlose einstündige Orientierungsgespräch „Cybersicherheitscheck: IT-Schwachstellen erkennen & absichern“ der Digitalagentur Berlin (DAB) buchen. Dort wird gemeinsam mit Ihnen eine strukturierte Checkliste durchgearbeitet, um die wichtigsten IT-Sicherheitslücken in Ihrem Unternehmen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen vorzustellen. So erhalten Sie am Ende eine priorisierte Maßnahmenliste, die Sie schrittweise umsetzen können. Die Transferstelle Cybersicherheit Mittelstand bietet mit dem CYBERDialoge ein vergleichbares Angebot an.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, einen CyberRisikoCheck durch einen IT-Dienstleister durchführen zu lassen. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes ein- bis zweistündiges Interview, in dem 27 Anforderungen aus sechs Themenbereichen der IT-Sicherheit abgefragt werden. Der Test wurde speziell für KMU entwickelt und dient der Einordnung des eigenen IT-Sicherheitsniveaus. Weitere Informationen und eine passende IT-Dienstleistersuche finden Sie hier.
Wenn Sie langfristig einen IT-Dienstleister beauftragen, sollten Sie darauf achten, dass dieser eine ausreichende Kompetenz im Bereich Cybersicherheit mitbringt. Grundlegende Anforderungen an IT-Dienstleister finden Sie hier.
Weitere Informationen und nützliche Angebote
- Basiselemente der Cybersicherheit & Erklärvideos
- Cybersicherheit für Fortgeschrittene
- Management von Schwachstellen und Sicherheitsupdates für KMU & Selbständige
- LKA-Sprechstunde Cybercrime in der IHK Berlin
- DAB Cyberhotline für IT-Notfälle
- SiBa-App (warnt vor Phishing-Wellen, verbreiteter Schadsoftware & kritischen Sicherheitslücken)
Blackout-Vorsorge und Notfallplanung für kleine Unternehmen und Selbstständige
Der Blackout im Januar 2026 im Berliner Südwesten hat gezeigt, mit welchen erheblichen betrieblichen Herausforderungen die Berliner Unternehmen umgehen mussten. Besonders Einzel- und Kleinstunternehmer und größere KMU waren unzureichend vorbereitet – häufig fehlten Notfall- und Krisenpläne sowie Notstromlösungen.
Damit Führungskräfte in einer extremen Krisensituation wie einem Blackout handlungsfähig bleiben können, ist eine entsprechende Vorsorge im privaten Umfeld essenziell. Hierzu wurde unter dem Schirm des Bayrischen Landesverbandes für Sicherheit in der Wirtschaft e. V. (BVSW) und der Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) ein Leitfaden „BASIS-Check Schlüsselpersonal – Vorsorge Stromausfall (Blackout)" entwickelt. Dieser bietet Ihnen einen guten Einstieg - inklusive Checklisten - zur persönlichen und organisatorischen Vorbereitung auf einen Blackout. Auch für Inhaberinnen und Inhaber von Einzel- und Kleinstunternehmen kann dieser Leitfaden einen Mehrwert bieten.
Weitere Informationen und nützliche Angebote:
Krisenvorsorge und Business Continuity Management für Unternehmen
Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Unvorhersehbare Ereignisse können jedes Unternehmen treffen – vom Soloselbstständigen über den kleinen Familienbetrieb bis zum internationalen Mittelständler. Ob Energieengpässe, Cyberangriffe, Lieferkettenprobleme oder geopolitische Konflikte: Wer vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig.
Damit Sie in solchen Situationen schneller und sicherer reagieren können, stellt die Handelskammer Hamburg Ihnen ein bundesweit einzigartiges Unterstützungsangebot bereit:
den Krisenvorsorgeplan für Unternehmen - entwickelt gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Der Vorsorgeplan ist verständlich aufgebaut, praxistauglich und sofort einsetzbar – auch für Betriebe ohne Vorerfahrung in der Krisen- und Notfallplanung. Er unterstützt Sie dabei:
- Risiken im Unternehmen systematisch zu identifizieren,
- kritische Abläufe abzusichern,
- Verantwortlichkeiten klar zu regeln,
- Notfallkommunikation vorzubereiten und
- Störungen oder Ausfälle deutlich schneller zu überstehen.
Besonders hilfreich sind die beigefügten Checklisten mit den darin enthaltenen Maßnahmenempfehlungen. Der Fokus liegt zwar auf Szenarien der zivilen Verteidigung, die Inhalte helfen jedoch auch dabei, Ihr Unternehmen gegen andere Krisensituationen zu wappnen. Haben Sie bereits Notfallpläne erstellt oder ein Business Continuity Management in Ihrem Unternehmen etabliert, können Sie die Checklisten besonders einfach integrieren.
Business Continuity Management (BCM)
Ein Business Continuity Management (BCM) ist ein strategisches Konzept, das Unternehmen dabei unterstützt, kritische Geschäftsprozesse auch bei Störungen oder Krisen aufrechtzuerhalten und den Geschäftsbetrieb schnell wieder aufzunehmen. Das BSI hat hierfür einen Leitfaden speziell für KMU entwickelt, der den Einstieg in das BCM erleichtert.
Notfall-Handbuch für Unternehmen
Unvorhersehbare Ereignisse betreffen nicht nur Märkte, Lieferketten oder die Energieversorgung. Auch der plötzliche Ausfall der Unternehmensleitung kann die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens - insbesondere in kleinen oder familiengeführten Betrieben - erheblich beeinträchtigen. So erfolgt die Übergabe der Leitung beispielsweise aufgrund von Krankheit oder nach einem Unfall der Inhaberin oder des Inhabers oft unerwartet. Ohne klare Regelungen, Zuständigkeiten und verfügbare Informationen fehlt im Ernstfall meist die Grundlage für einen Weiterbetrieb.
Als Unterstützung stellt die IHK Berlin das „Notfall-Handbuch für Unternehmen“ bereit, das als Orientierung und praktisches Werkzeug zur Notfallplanung dient.
Berliner Wirtschaft Hilft!
Ob Stromausfall, Extremwetter, Ausfall kritischer Infrastrukturen oder andere Krisensituationen: In Notlagen zählt jede Hilfe. Mit „Berliner Wirtschaft Hilft“ wird die IHK Berlin künftig eine Plattform anbieten, über die sich Unternehmen in Krisensituationen gegenseitig unterstützen können.
Geplant ist, dass Unternehmen dort ganzjährig Unterstützungsangebote einstellen können – beispielsweise Notstromaggregate, Arbeits- oder Lagerräume, Transportkapazitäten oder logistische Unterstützung. Im Ernstfall können betroffene Unternehmen ihren konkreten Bedarf melden. Die IHK Berlin wird dabei die Koordination übernehmen, Angebote und Bedarfe zusammenbringen und die Kontaktvermittlung begleiten. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt anschließend individuell zwischen den beteiligten Unternehmen.
Merken Sie sich dieses Angebot vor, wenn Sie im Krisenfall helfen und Unterstützungsleistungen bereitstellen möchten. Mit Ihrer Registrierung werden Sie Ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung signalisieren, ohne dass daraus eine rechtliche Verpflichtung entsteht. Umfang und Art der Unterstützung werden im Einzelfall abgestimmt.
Über unseren Newsletter zur Unternehmenssicherheit werden Sie rechtzeitig informiert, sobald das Angebot zur Verfügung steht.
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