Bildungspolitik

Elektronisches Anmelde- und Leitsystem (EALS)

Der Übergang in die Bildungsgänge der beruflichen Schulen sowie in die gymnasiale Oberstufe der Integrierten Sekundarschulen (ISS) wird in einer Verwaltungsvorschrift beschrieben und durch das Elektronische Anmelde- und Leitsystem (EALS) gesteuert. Dies ist ein System, das auch von den Berufs- und Studienorientierungsteams genutzt wird, um die Bewerbung in einem der Bildungsgänge an Berliner OSZ zu registrieren. Die IHK Berlin spricht sich dafür aus, das so genannte "Übergangssystem“ auf die Zielgruppe der Jugendlichen zu fokussieren, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben bzw. erst noch eine Ausbildungsvorbereitung benötigen. Zur Steuerung der Zugänge ist es nötig, Gewohnheiten zu durchbrechen, den Vorrang dualer Ausbildung zu verankern sowie die Anschlussfähigkeit der allgemeinbildenden Schulen als Indikator für Schulqualität heranzuziehen.

Gewohnheiten durchbrechen

Weiter zur Schule zu gehen ist für viele Jugendliche, aber auch Eltern, nach Abschluss der Schule der bequemste Weg. Angebote, z. B. in Form von vollzeitschulischen Berufsfachschulen, gibt es im Land Berlin viele. Bereits ab Ende Februar eines Jahres können Schüler im EALS „angelegt werden“. Dieser Zeitpunkt erscheint Unternehmen, aber auch vielen Beratern, deutlich zu früh. Viele der Jugendlichen und Eltern wählen diesen vermeintlich „einfachen“ und „sicheren“ Weg, um sich an einem OSZ anmelden zu „lassen“. Dies hat zur Folge, dass die Möglichkeit einer dualen Ausbildung gar nicht mehr verfolgt wird – man fühlt sich versorgt.

Vorrang für duale Ausbildung etablieren

Die Anmeldung für vollschulische berufsbildende und -befähigende Bildungsgänge über das EALS sollte erst nach Ausbildungsbeginn erfolgen – d.h. zeitlich nachrangig zur dualen Ausbildung. Ziel muss es sein, nur jene Jugendlichen aufzufangen, denen es tatsächlich nicht möglich war, einen Ausbildungsplatz zu finden. Heute münden weit mehr über das EALS in subsidiäre Bildungsgänge ein. Alternativ könnten subsidiäre Bildungsgänge auch später starten als im September. Jugendliche haben mittlerweile bis weit in den Oktober hinein noch gute Chancen auf einen (unter Umständen auch wieder) freien Ausbildungsplatz. Die Jugendberufsagentur muss die Anmeldung übernehmen.

Planungssicherheit für OSZ herstellen

Das EALS sollte von der Bedarfsplanung der einzelnen Bildungsgänge entkoppelt werden, indem die Kapazitäten in Orientierung an den Zahlen besetzter Plätze des Vorjahres kalkuliert werden. Nicht zuletzt für eine Planung der Bildungsgangkapazitäten an den OSZ sollte an dem Ziel festgehalten werden, die Bildungswege Jugendlicher nach der Schule zu erfassen bzw. zu dokumentieren. Aus dieser Verbleibstatistik lässt sich die Bedarfsplanung für die Berliner OSZ erstellen. Das EALS wird derzeit dafür genutzt, ließe sich aber dann künftig von der Kapazitätsplanung entkoppeln.

Anschlussfähigkeit Teil von Schulqualität

Für alle Bildungsgänge an OSZ sind die Verbleibe (=Anschlüsse) zu ermitteln, um sie hinsichtlich der Zielsetzung „bessere Anschlussfähigkeit“ evaluieren zu können. In den Indikatorenkatalog „Schulqualität“ der allgemeinbildenden Schulen sollte die „Anschlussfähigkeit“ aufgenommen werden. Die Anschlussfähigkeit der Schüler in Hinblick auf die abnehmenden Institutionen (z.B. Betriebe, Hochschulen) ist eine Dimension von Schulqualität, die bisher keine Berücksichtigung findet.