30.04.2026

Beschäftigungszuwachs im Landkreis Kulmbach

Neue Jobs, aber Warnsignale: Kulmbachs Branchen-Check

Zwischen dem Jahr 2019, dem Jahr vor Corona, und 2025, ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Kulmbach um 1.025 auf 29.173 gestiegen, so das Ergebnis einer regionalisierten Analyse der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Doch wie entwickeln sich die einzelnen Branchen in der Region? Dieser Frage geht die IHK für Oberfranken Bayreuth auf Basis der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nach.

Der Blick auf die einzelnen Branchen offenbart Beschäftigungszuwächse bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+271), bei der Information und Kommunikation (+267) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+264).

Industrie mit leichtem Beschäftigtenrückgang
Jedoch gibt es im Landkreis auch Branchen mit einem Beschäftigtenrückgang. Dazu gehören insbesondere der Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (-220) sowie das Verarbeitende Gewerbe (-138).

Der Beschäftigtenrückgang im Verarbeitenden Gewerbe fällt im Landkreis Kulmbach mit einem Minus von 1,5 Prozent deutlich moderater aus als in anderen oberfränkischen Regionen, so Michael Otte, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach. Kulmbach profitiert dabei von einer Wirtschaftsstruktur in der Industrie, die sich klar von anderen Teilregionen Oberfrankens unterscheidet. Vor allem spielen Automobilzulieferer - eine Branche, die in den vergangenen Jahren erheblich unter Druck geraten ist - nicht die Rolle wie in anderen Teilen Oberfrankens."

Er warnt aber gleichzeitig davor, die Herausforderungen der Industrie herunterzureden. Einerseits liegen geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage wie Blei auf der Wirtschaft. Andererseits kommen viele hausgemachte Probleme dazu. Unsere Unternehmen - nicht nur die in der Industrie - warten immer noch auf Reformen für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland."

Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).

Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524).

Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.06 des jeweiligen Jahres.