25.02.2026

Kulmbacher Konjunktur ohne Schwung

Trendauswertung IHK-Gremium Kulmbach

Die Konjunktur in der Region Kulmbach startet ohne große Impulse ins neue Jahr, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt. Auch der Ausblick auf die kommenden 12 Monate ist verhalten, die Prognosen für Inlandsinvestitionen trüben sich weiter ein. Der IHK-Konjunkturklimaindex für Kulmbach bleibt annährend konstant und hängt bei 95 Punkten fest.

Die Konjunktur im Wirtschaftsraum Kulmbach bewegt sich zum Start in das neue Jahr 2026 kaum vom Fleck. In der jüngsten Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth bewerten 22 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 24 Prozent als schlecht. Mit einem Saldo von -2 bleibt die Lagebewertung auf dem gleichen Niveau wie bei der Umfrage im Herbst.

Sehr schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland

44 Prozent der Unternehmen verzeichnen ein rückläufiges Auftragsvolumen im Inland, bei nur 23 Prozent gibt es einen Aufwärtstrend. Damit hat sich der Saldo gegenüber dem Herbst 2025 von -16 auf -21 Punkte verschlechtert. Noch negativer wird die Auslandsnachfrage beurteilt. War sie schon im Herbst mit einem Saldo von -12 Punkten negativ, ist sie zum Jahresbeginn 2026 regelrecht eingebrochen und liegt nun bei -33 Punkten.

Die Kapazitätsauslastung dagegen hat sich leicht verbessert – 29 Prozent der Befragten sind mit der Auslastung zufrieden, 27 Prozent unzufrieden. Im Herbst 2025 war es genau umgekehrt. “Die aktuelle Wirtschaftslage in der Region bleibt ernüchternd. Der erhoffte Wachstumsschub lässt schon viel zu lange auf sich warten“, ordnet Michael Otte, der neue Vorsitzende des IHK-Gremiums Kulmbach, den Status Quo ein.

Keine Trendwende in Sicht

Die Erwartungen bleiben eher pessimistisch, wenngleich sich die Zahlen leicht gebessert haben. Elf Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, 18 Prozent mit einer Verschlechterung.

Die erwartete Kapazitätsauslastung rutscht weiter in den Keller: Gerade einmal sieben Prozent rechnen mit einer Zunahme, 30 Prozent dagegen mit einer Abnahme der Auslastung. Kein Wunder, dass die Kulmbacher Unternehmen erneut weniger Investieren wollen. Die Zahl der Unternehmen mit steigenden Investitionsplanungen bleibt konstant bei 14 Prozent, die Zahl der Unternehmen mit rückläufigen Investitionsplanungen steigt dagegen von 22 auf 37 Prozent. Immerhin: 88 Prozent der Unternehmen planen Investitionen – deutlich mehr als im oberfränkischen Schnitt. Zwar planen die Unternehmen vor allem Investitionen in Ersatzbeschaffungen (63 Prozent), gleich danach folgen aber schon Investitionen in Produktinnovationen. Otte: "Auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer."

“Trotzdem: Dieser Ausblick ist besorgniserregend. Ohne Nachfrage keine Auslastung und ohne Auslastung keine Investitionen – ein Teufelskreis“, mahnt Otte. Was sich ändern müsste, damit Unternehmen wieder investieren, zeigt er deutlich anhand der Ergebnisse der Konjunkturbefragung auf: “Die Wirtschaftspolitik muss unternehmensfreundlicher werden – Arbeitskosten, Steuerlast, Energiepreise und vor allem die überbordende Bürokratie müssen gesenkt werden“.

Immerhin: Geht es nach den Planungen der Unternehmen, bleibt die Höhe der Belegschaft am Standort weitestgehend stabil.