IHK24

Nachhaltige Wasserversorgung gefordert

Potsdam/Berlin, 21. März 2024 – Rechtzeitig zum Weltwassertag tragen die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg (IHKs) und die Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ein gemeinsames Handlungspapier an die Politik und Verwaltung heran, in dem sie eine schnellere Umsetzung von Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Ressource Wasser für die Trinkwasserversorgung und die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Berlin-Brandenburg einfordern.
In Zeiten steigender Wasserbedarfe und abnehmender Grundwasserressourcen ist die Versorgungssicherheit wichtig für die Menschen und ein bedeutender Standortfaktor für die Wirtschaft in Berlin-Brandenburg. Die Herausforderungen bei der Sicherung der Wasserversorgung sowie der Abwasserentsorgung sind allerdings komplex und unterliegen verschiedenen Einflüssen. Die stärksten Faktoren sind das nachbergbauliche Wasserdefizit im Spreeabfluss, die Zunahme von Wetterextremen wie Starkregen und Dürre sowie das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in der Metropolregion.
„Die brandenburgischen Wasserversorger sind bereits heute mit steigenden Wasserabgaben aufgrund wachsender Bevölkerungszahlen und zunehmender Industrie- und Gewerbeansiedlungen konfrontiert, wie eine gemeinsame Umfrage der IHKs und des VKU im letzten Jahr verdeutlichte. Danach sind über 40 Prozent der befragten Wasserversorger in Brandenburg gezwungen, ihre Wasserrechte über die kritische Grenze von 80 Prozent auszuschöpfen. Es bedarf daher der Vorhaltung ausreichender Wasserrechte und beschleunigter Genehmigungsverfahren seitens der zuständigen Landesbehörden. Das würde den Wasserversorgern erlauben, flexibel und unmittelbar auf geänderte Wasserdargebote und -bedarfe – etwa durch Industrieansiedelungen – zu reagieren“, erklärt Julian Büche, Geschäftsführer der VKU-Landesgruppe Berlin-Brandenburg.
Vor dem Hintergrund knapper werdender Wasserressourcen befürchten Unternehmen zunehmende Wassernutzungskonflikte. Diese gilt es frühzeitig zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. „Das Thema Wasser sollte in der Regionalplanung stärker Eingang finden, um auf wasserintensive Ansiedlungen besser vorbereitet zu sein. Wir brauchen ausreichend Wasserspeicher und eine funktionale Wasserinfrastruktur. Dies alles muss in ein länderübergreifendes Wasserressourcenmanagement eingebettet werden, welches auch die Finanzierung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen in den Blick nimmt. Die Länder müssen hier deutlich schneller werden“, fordert Jens Warnken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus für die Landesarbeitsgemeinschaft der Berlin-Brandenburger IHKs.
Die Handlungsempfehlungen sind mit vorgeschlagenen Maßnahmen und Umfrageergebnissen im gemeinsamen Handlungspapier untersetzt:
Bewusster Umgang mit Wasser: ganzheitliche Lösungen im Umgang mit Extremwetterereignissen entwickeln
1. Länderübergreifende Infrastrukturmaßnahmen finanzieren, planen und umsetzen
2. Berücksichtigung der Wasserver- und Abwasserentsorgung in der Regionalplanung und zu Beginn der Ansiedlungsprozesse
3. Bestehende Wasserrechte sichern und schnelle Genehmigungsverfahren ermöglichen
(Anhang: Handlungspapier „Sicherung der Trinkwasserversorgung und des Wirtschaftsstandorts Berlin-Brandenburg“)

Termin:

Länderübergreifender Wasserkongress am 10. April 2024 in Cottbus
Um Akteuren eine Plattform für die notwendige gesellschaftliche Diskussion bei der Lösung der wasserwirtschaftlichen Herausforderungen zu geben, organisieren die Berlin-Brandenburger IHKs, die VKU-Landesgruppe sowie der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI) am 9. und 10. April 2024 in Cottbus einen zweitägigen Wasserkongress, der zum zweiten Mal länderübergreifend stattfindet. Am ersten Tag stehen das Netzwerken und eine Exkursion mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbh (LMBV) ins Lausitzer Seenland im Fokus. Impulsvorträge zu den Herausforderungen beim Wassermanagement in der Metropolregion gibt es am zweiten Tag. In vier Foren wird zudem über zukunftsfeste Industrie- und Gewerbestandorte, die Wasserinfrastruktur, Nutzungskonkurrenzen und die Wasserkraft diskutiert. Die Ergebnisse fließen dann in die Podiumsdiskussion unter dem Leitthema „Wasser als Standortfaktor" ein.
Anmeldungen zum Kongress sind für Interessierte und Medienvertreter noch möglich unter: https://event.cottbus.ihk.de/wasserkongress2024