Deutschlandstudie 2026/27: Innenstädte gewinnen an Attraktivität, Handel bleibt zentraler Magnet

Die deutschen Innenstädte haben aus Sicht der Bevölkerung deutlich an Attraktivität gewonnen. Das zeigt die aktuelle Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 der CIMA Beratung + Management GmbH, die gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) veröffentlicht wurde. Für die repräsentative Untersuchung wurden im Mai und Juni 2026 bundesweit mehr als 5.000 Personen befragt. Die IHK-Organisation unterstützte die Studie als Partner.

Handel bleibt wichtigster Besuchsanlass

Der stationäre Handel bleibt auch 2026 der wichtigste Frequenzbringer für die Innenstädte. 65,6 Prozent der Befragten besuchen ihre am häufigsten genutzte Innenstadt zum Shopping oder Einkaufen. Dahinter folgen der Stadtbummel mit 46,2 Prozent und gastronomische Angebote mit 45,0 Prozent.
Auch bei der Frage, was eine attraktive Innenstadt ausmacht, liegt der Einzelhandel wieder auf Platz eins. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass erfolgreiche Innenstädte zunehmend von einer Kombination verschiedener Nutzungen leben. Aufenthaltsqualität, Begegnungsmöglichkeiten sowie Freizeit- und Sportangebote gewinnen deutlich an Bedeutung.

Mehr Zuversicht für die Innenstadt

Die Bindung der Menschen an ihre Innenstädte wächst. 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Vergleichsreihe im Jahr 2022.
Die Studienautoren sehen darin ein Zeichen dafür, dass Investitionen, Stadtentwicklungsprogramme und lokale Initiativen zur Stärkung von Zentren Wirkung entfalten. Parallel dazu steigt die Besuchshäufigkeit der Innenstädte gegenüber der Vorgängerstudie deutlich an.

Online-Handel verliert als Hinderungsgrund an Bedeutung

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung des Online-Handels. Nur noch 2,7 Prozent der Befragten nennen Online-Shopping als Grund, die Innenstadt nicht zu besuchen. Wesentlich häufiger verhindern Zeitmangel, berufliche Verpflichtungen oder andere persönliche Gründe einen Besuch.
Auch die Erwartungen an das eigene Einkaufsverhalten verändern sich. Während 2024 noch 31,5 Prozent davon ausgingen, künftig mehr online einzukaufen, sind es aktuell nur noch 24,7 Prozent. Die Mehrheit der Befragten rechnet mit einem weitgehend unveränderten Einkaufsverhalten.

Lebensmittel, Drogeriewaren und Mode bleiben Frequenzanker

Bei den Warengruppen, die eine attraktive Innenstadt bieten sollte, führen weiterhin Lebensmittel, Drogeriewaren sowie Bekleidung die Rangliste an. Besonders der Lebensmittelhandel erweist sich als stabiler Anziehungspunkt und wichtige Grundlage für die Besucherfrequenz in den Zentren.

City-Gutscheine stärken die lokale Kaufkraft

Potenzial sieht die Studie außerdem bei lokalen City-Gutscheinsystemen. 68,5 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer geben an, wegen eines solchen Gutscheins häufiger in die Innenstadt zu kommen. Zudem besuchen sie mehr Geschäfte und verbringen mehr Zeit vor Ort. Damit können City-Gutscheine einen wichtigen Beitrag zur lokalen Kaufkraftbindung und zur Belebung von Innenstädten leisten.

Innenstädte als Orte des Erlebens

Die Ergebnisse der Studie zeigen zugleich, dass Innenstädte heute mehr sein müssen als reine Einkaufsorte. Zwar bleibt der Handel der zentrale Besuchsanlass, zugleich gewinnen Erlebnisse, Begegnungen und Aufenthaltsqualität an Bedeutung. Stadtbummel, Gastronomie, Freizeitangebote sowie öffentliche Räume tragen zunehmend dazu bei, Menschen in die Zentren zu ziehen und dort zu halten.
Für Kommunen, Unternehmen und Innenstadtakteure wird damit die Zusammenarbeit noch wichtiger. Gefragt sind attraktive Nutzungsmischungen, die Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Freizeitangebote miteinander verbinden und die Aufenthaltsqualität stärken.

Einordnung aus Sicht der IHK Halle-Dessau

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung eines leistungsfähigen Einzelhandels für vitale Innenstädte. Gerade in den Städten und Zentren des Kammerbezirks zeigt sich, dass Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und attraktive öffentliche Räume gemeinsam zur Anziehungskraft von Innenstädten beitragen.
Positiv zu bewerten ist, dass der stationäre Handel weiterhin der wichtigste Besuchsanlass bleibt und der Online-Handel als Verhinderungsgrund für Innenstadtbesuche deutlich an Bedeutung verloren hat. Gleichzeitig bestätigt die Studie, dass Innenstädte zunehmend als Orte des Erlebens, der Begegnung und der Freizeitgestaltung wahrgenommen werden. Für Kommunen, Unternehmen und Standortgemeinschaften bedeutet dies, die Entwicklung von Handels-, Gastronomie- und Freizeitangeboten noch stärker gemeinsam zu denken.
Auch die hohen Zustimmungswerte zu lokalen City-Gutscheinen zeigen, dass Instrumente zur regionalen Kaufkraftbindung wirksam sein können. Sie bieten interessante Ansätze für Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und lokale Unternehmensnetzwerke.
Die IHK Halle-Dessau setzt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen, Kommunen und weiteren Partnern für attraktive und wirtschaftlich starke Innenstädte ein. Die Ergebnisse der Deutschlandstudie bestätigen, dass die Stärkung der Zentren eine Gemeinschaftsaufgabe bleibt und ein wichtiger Standortfaktor für Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und die Lebensqualität vor Ort ist.

Über die Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27

Die CIMA Beratung + Management GmbH veröffentlicht die Deutschlandstudie Innenstadt nach 2022 und 2024 zum dritten Mal. Die deutschlandweite Online-Befragung wurde im Mai und Juni 2026 durch die NoceanZ GmbH durchgeführt und bevölkerungsrepräsentativ nach Alter ab 16 Jahren, Geschlecht und Bundesland differenziert. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. und dem Handelsverband Deutschland e. V.
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CIMA Beratung + Management GmbH
Sylvia Kühl, Roland Wölfel und Ingeborg Maria Lang
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