Handwerk, das auf der Zunge zergeht: Eiscafe Monte Carlo präsentiert Joseph´s Eis

Fulda. Ursprünglich wollten Mergim Durmishi vom Fuldaer Eiscafé Monte Carlo und Joseph Dehler rein aus Freude am Experimentieren lediglich eine neue Eissorte entwickeln. Doch je länger sie darüber nachdachten, desto klarer wurde ihnen: Die 1001. Sorte Eis zurechtzumischen war ihnen dann doch zu wenig. Wenn schon, sollte es etwas Besonderes, gar Nutzbringendes sein.
Auf diese Weise wurde Joseph Dehler die Aufgabe zuteil, nicht nur eine Eissorte, sondern eine komplette Eis-Marke zu kreieren – und zwar eine mit einer tragenden Botschaft.
Trotz des permanenten Dialogs mit Mergim Durmishi wollte das Vorhaben nicht so recht zünden. Die Reifezeit zog sich hin. Doch dann war Joseph Dehler wieder einmal in eine Debatte über die zunehmende Akademisierung unserer Gesellschaft und die gleichzeitig im Handwerk vorherrschenden Engpässe bei der Stellen- und Nachwuchsrekrutierung verwickelt. Auch hier fehlte ihm bei seinen Gesprächspartnern – wie so oft – eine überzeugende Wertschätzung gegenüber dem Handwerk. Wie genau ihm dabei das geplante Eisprojekt wieder in den Sinn kam, vermochte er später nicht mehr zu sagen. Jedoch fragte er sich Tage später, ob er zur Wertschätzung des Handwerks nicht ein „Handwerker-Eis“ kreieren könne – ohne dass es letztlich nur ein neuer Name für ein gewöhnliches Speiseeis wäre. –
Und wie sollte das schmecken? Vielleicht so, dass man das Handwerk am Ende tatsächlich genießen könne?
Mergim Durmishi und Joseph Dehler freundeten sich zwar mit der Idee eines „Handwerker-Eises“ an, jedoch klang für sie diese Bezeichnung für eine neue Eissorte dann doch zu kühl.
So vergingen wieder Tage. Joseph Dehler fragte sich vor diesem Hintergrund, ob man das Eis vielleicht einem Menschen widmen könne, der sich um das Handwerk verdient gemacht habe. Schließlich überlegte er, wer denn gemeinhin als der prominenteste Handwerker in die Geschichte Eingang gefunden haben könnte. „Na, wer schon“, dachte er nach – und schnell war klar:
„Natürlich der heilige Joseph, der Schutzpatron der Handwerkerinnen und Handwerker, insbesondere der Zimmerleute und Schreiner.“ Damit war das „Joseph’s Eis“ geboren. Und fortan sollte die neue Eissorte dem heiligen Joseph gewidmet und damit das Handwerk, so philosophierten Mergim Durmishi und Joseph Dehler vor sich hin, vielleicht ein wenig „in den Himmel gehoben“ werden. Das Joseph’s Eis, also ein „Widmungseis“ für den heiligen Joseph und damit für das Handwerk, könnte es sein, davon waren sie beide überzeugt.
„Erst aber mussten wir über diesen Gedanken schmunzeln“,
beschreibt Mergim Durmishi die damalige Stimmung. Joseph Dehler selbst war, wie er sagte, geradezu über seine eigene Idee „erschrocken“, den heiligen Joseph mit einer Eissorte aufleben lassen zu wollen. Vor allem, weil er sich fragte, was denn sein schon lange verstorbener, dem heiligen Joseph besonders zugewandter Großvater Bonaventura sagen würde. Er, der seinen Sohn Joseph im Krieg verlor – und er deshalb auf dessen Bitte hin selbst auf den Namen „Joseph“ getauft wurde. Gleichzeitig hatte ihn dieser Gedanke kurze Zeit später regelrecht gefesselt“. Auch weil er sicher war, dass sein Großvater die Idee spontan für gut befunden hätte.
Und nun die Rezeptur? Da hatte er analog zum auf dem Markt befindlichen „Heu-Eis“ herumgesponnen: Könnten wir als Basis vielleicht „Sägespäne“ extrahieren? Dies wiederum erschien ihm dann doch zu banal – obwohl er tatsächlich schon darüber nachgedacht hatte, von welchem Baum die Sägespäne am besten schmecken würden.
Nach reiflicher Überlegung kam ihm die Idee, eine Rezeptur aus Zutaten zu entwickeln, die bereits zu Lebenszeiten des heiligen Joseph, also im ersten Jahrhundert, bei den Menschen eine Rolle spielten. Diese Zutaten geschmacklich abzurunden und in die heutige Zeit zu übertragen, schien ihm nicht nur plausibel, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal zu sein. Vor allem wäre damit über die einzelnen Zutaten hinaus ein geschichtlicher und geografischer Zusammenhang mit dem Leben des heiligen Joseph hergestellt. Im Mittelpunkt der Rezeptur standen vor diesem Hintergrund damit die Dattel, die Mandel, Honig, Zimt, Zitrone und das Veilchen.
Gleichzeitig sollte der bärtige heilige Joseph als ein in die heutige Zeit passender, handwerklicher Eismacher erscheinen, um eine identitätsstiftende Wirkung erzeugen zu können. So die Entwicklung eines einigermaßen zeitgemäßen Logos. Letztendlich versteht sich nun das Josephs-Eis auf all diesen langen Wegen der Entwicklung als kulinarische Würdigung eines Berufsstandes – des Handwerks –, der das gesellschaftliche Leben seit Jahrhunderten prägt.
Nach dreimonatiger Entwicklungsarbeit auf einer kleinen Laboreismaschine und einer geheim gehaltenen Testphase, die die Umsetzung aus dem Labor auf eine Profi-Eismaschine sowie Geschmackstests mit den Kunden einer befreundeten Eismanufaktur in Karlstadt am Main umfasste, kann nun das „Joseph′s Eis“ nach weiteren Testgängen im Eislabor von Monte Carlo am 5. September der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Voller Freude sagte Mergim Durmishi:
„Mit dem Joseph’s Eis ist nicht einfach nur ein Werbeslogan oder eine Kampagne für das Handwerk entstanden, sondern eine Eiskreation, die Genuss mit einer gesellschaftlichen Botschaft verbindet.“
Im Übrigen sei er froh darüber, dass die Entwicklung des Speiseeises mit Joseph Dehler vorangetrieben werden konnte: „Joseph war auf all seinen beruflichen Wegen stets bemüht, dem kreativen Handwerk den Rücken zu stärken und junge Menschen für einen handwerklichen Beruf zu begeistern. Er hat selbst bereits im Alter von 14 Jahren eine handwerkliche Ausbildung begonnen und später erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus verfügt er über einschlägige Erfahrungen in der Speiseeisherstellung. Schon in seinem ersten Berufsleben als Koch im damaligen ‚ersten Haus am Platz‘, dem Hotel zum Kurfürsten in Fulda, sowie in der Patisserie der Hotelfachschulen am Tegernsee gehörte die Herstellung von Konditorei-Eis zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Und einige Gäste kennen ihn vielleicht auch noch aus dem ehemaligen Fuldaer Altstadtcafé MandelRose®, wo er mit viel Enthusiasmus ausgewählte Speiseeissorten kreierte.“
Beide, Mergim Durmishi und Joseph Dehler, hoffen nun, dass sich die dem heiligen Joseph zugeschriebenen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Tatkraft, Bescheidenheit und Bodenständigkeit irgendwie auf der Zunge wiederfinden. Über eine verpackte Lösung des Joseph’s Eis mit einem geeigneten Partnerbetrieb wird gerade nachgedacht.
Die Präsentation und Verkostung des neuen „Joseph´s Eis“ sowie die Würdigung des Schutzpatrons der Handwerkerinnen und Handwerker findet am Samstag, den 5. September 2026 im Eiscafé Monte Carlo, Fulda, Karlstraße 2, statt.
Die Initiatoren verbinden mit der Präsentation eine herzliche Einladung an die Bevölkerung und würden sich freuen, möglichst viele Namensvettern – ob Joseph, Josef, Josefa oder Josephine – zur Vorstellung willkommen heißen zu können!
Die Freude wäre umso größer, wenn dabei auch Zunftvertreter aus dem Zimmerer- oder Schreinerhandwerk dabei wären. Unter den Gästen wird unter anderem Stadtpfarrer Stefan Buß sein, der den Tag mit ein paar inspirierenden Worten zum heiligen Joseph einleiten wird.
Weitere Informationen unter firmania.de/fulda/eiscafé-monte-carlo
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