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Der vollständige Ausbau des Stichkanals Salzgitter ist alternativlos
Seit 2012 begleite ich das Vorhaben zum Ausbau des Stichkanals in Salzgitter. Ausschlaggebend für das Projekt war die Problematik gestiegener Frachtkosten und die nicht zur Verfügung stehenden Schiffe für dortige Verladungen. Bei einem Gesamtvolumen von ca. 3 Millionen Tonnen pro Jahr ist die Schiffslogistik nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen ein wichtiger Kostenfaktor.
Kurt Fromme, Geschäftsführer Wilhelm Fromme Landhandel GmbH & Co. KG und Vizepräsident der IHK Braunschweig
Vor allem mit Blick auf die CO₂-Bilanz ist es unabdingbar, dass die Arbeiten vollständig abgeschlossen werden. Unglücklicherweise hat sich in den letzten Jahren gezeigt – unabhängig davon, wer die Regierung zu den jeweiligen Zeitpunkten stellte –, dass wir in Niedersachsen nicht die Möglichkeit haben, unseren politischen Einfluss insofern zum Ausdruck zu bringen, dass derartige Vorhaben auch umgesetzt werden. Von den einst 120 Millionen Euro Investitionsvolumen befinden wir uns nun bei 420 Millionen Euro. Sollte die Schleuse Üfingen dennoch nicht weiter vergrößert werden, nützt auch der Ausbau der Schleuse in Wedtlenstedt nichts, denn die Schiffe können dann nicht bis zum Ende des Stichkanals fahren.
Es ist erschütternd festzustellen, wie unverantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird. Bei Gesprächen mit den zuständigen Staatssekretären und Ministern wurde stets kundgetan, dass sich um dieses Projekt gekümmert würde – bisher leider ohne entsprechende Taten.
Der einzige Minister, der etwas in Gang gebracht hat, war der für die Region zuständige und damalige Minister Sigmar Gabriel. Wir müssen jetzt dringend die nächsten Projektschritte und die Finanzierung voranbringen, denn in der Überschussregion für Getreide sind wir auf den Wasserweg angewiesen. Auch die Teilhabe am internationalen Exportgeschäft zur Vermarktung unseres Getreides in Rotterdam oder Hamburg wird dadurch erschwert. Für die Salzgitter AG ist sowohl der Einstand der Ware über den Hafen in Hamburg als auch die Verladung der zu verarbeitenden Produkte wichtig.
Wir können deshalb nur hoffen, dass Niedersachsen in der jetzigen politischen Konstellation in der Lage ist, dieses Projekt erfolgreich durchzusetzen. Allein unser Unternehmen investierte über 15 Millionen Euro infolge der damaligen Zusicherungen und schuf dafür sogar neue Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedauerlich, wenn politische Zusagen schlichtweg nicht erfüllt werden.
7/2026
