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Nr. 7158794
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Wer ist eigentlich Thorsten Rehmann?

Zwölf Monate auf See, eine Patentanwaltsfamilie im Rücken, drei Söhne, drei Enkel und ein Leben zwischen Technik, Recht und großer Reiselust: Thorsten Rehmann lässt sich schwer in eine Schublade stecken. Geboren 1957 in Hannover und aufgewachsen in Wuppertal, führte ihn sein Weg nach dem Abitur zunächst zur Bundesmarine. Die Zeit auf See hat ihm so gut gefallen, dass sie bis heute zu den besonderen Kapiteln seines Lebens gehört. Beruflich fand er jedoch im gewerblichen Rechtsschutz seine Heimat – familiäre Wurzeln inklusive: Sein Großvater leitete in Hannover eine Patentanwaltskanzlei, sein Vater war ebenfalls Patentanwalt und verantwortete später die Patentabteilung eines großen Industrieunternehmens in Bayern.
Der berufliche Weg von Thorsten ­Rehmann war damit vorgezeichnet. Bevor er sich aber dem Patentrecht widmen durfte, musste er zunächst die technische Richtung einschlagen: Maschinenbaustudium in Bochum und Aachen, anschließend Rechtswissenschaften in München und schließlich die Ausbildung zum Patentanwalt. Es folgten acht Jahre in der Industrie, zuletzt als Leiter der Patentabteilung der Dürkopp Adler GmbH in Bielefeld. 1993 zog es ihn nach Braunschweig, wo er sich als Patentanwalt selbstständig machte. Mehr als 30 Jahre später, Ende 2023, stand erneut ein Neuanfang an: Nach Erreichen der vertraglichen Altersgrenze verabschiedete er sich als Seniorpartner von einer Braunschweiger Kanzlei und gründete REHMANN.­LEGAL. Bemerkenswert: Rehmann nahm bewusst keine früheren Mandanten mit. „Weil sich das nicht gehört“, würde der schlichte Satz seiner Großmutter lauten – und wurde für ihn zum Leitmotiv für einen Neustart bei null.

Voller Einsatz für alle

Überhaupt sind Verlässlichkeit, Verantwortung, Offenheit und Ehrlichkeit die Maßstäbe, an denen Rehmann seine Arbeit ausrichtet. Er versteht darunter das, was man klassischerweise mit dem „ehrbaren Kaufmann“ verbindet. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen einem Start-up, das erstmals ein Patent anmeldet, und einem internationalen Konzern mit zahlreichen Schutzrechtsanmeldungen. Jeder Mandant sei gleich wichtig, sagt er. Seine Herangehensweise ist dabei bewusst klar und offensiv. Wenn Rehmann einen Entwurf für den nächsten Tag zusagt, soll er auch dann vorliegen. Bestehen Zweifel an einem Schutzrecht oder an einer möglichen Verletzung, spricht er sie an. Und wenn er zu der Überzeugung gelangt, dass ein Schutzrecht nicht verletzt wird, bleibt er bei dieser Einschätzung – notfalls bis vor Gericht. „Nicht aggressiv, aber erst recht nicht ängstlich“, beschreibt er seine Vorgehensweise.

Expertise findet Anerkennung

Dass fachliche Qualität und Aktualität für ihn zusammengehören, zeigt auch sein Engagement in der Fortbildung und Lehre. Seit 2000 hat Rehmann einen Lehrauftrag an der HBK Braunschweig. Zuvor lehrte er gewerblichen Rechtsschutz an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. Seine Vorlesungen verbindet er gerne mit aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen. Die Diskussion mit den Studierenden hält er für besonders reizvoll – auch, weil junge Menschen jedes Semester mit neuen Fragen und neuen Perspektiven kommen. Und manchmal, erzählt er augenzwinkernd, wird eine Frage so lange verändert, bis die gewünschte Antwort herauskommt.
Und damit nicht genug: Mindestens zwei, häufig vier oder fünf Seminare besucht Rehmann pro Jahr, teilweise im Ausland. Zudem hält er Vorträge und kommentiert aktuelle Gerichtsentscheidungen in der Fachliteratur. Er ist Autor eines Buches zum Designrecht und Co-Autor eines weiteren Werkes. Erst kürzlich wurde Rehmann sogar von „Financial Times“ und „Statista“ ausgezeichnet, die in ihrem Bericht „Europe’s Leading Patent Law Firms 2026“ die am meisten empfohlenen Patentanwaltskanzleien Europas aufführen.
Region muss sich nicht verstecken
Wirtschaftlich mag die Region derzeit vor einigen Herausforderungen stehen – ihren Innovationsgeist sieht Thorsten Rehmann davon jedoch völlig unberührt. Ganz im Gegenteil: Als Jurymitglied des IHK-Technologietransferpreises erhält er Jahr für Jahr einen unmittelbaren Einblick in die Ideen und Projekte, die hier entstehen. Was er dabei zu sehen bekommt, beeindruckt ihn immer wieder. Für Rehmann ist deshalb klar: Die Region muss den Vergleich mit anderen Forschungsstandorten nicht scheuen. „Dass wir hier zu den forschungsintensivsten Regionen Deutschlands gehören, ist für mich längst keine Überraschung mehr.“
6/2026